Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Samstag, 28. November 2015

Kommentar an Alexander Labrenz der noch in Lohn und Brot steht - NOCH!

Ihr Kommentar auf NeoPresse zu dem Beitrag "Brief eines Hartz IV-Kindes an Bundeskanzlerin Angela Merkel" ist eigentlich keine Replik wert, doch ich Versuche einem makroökonomischen Analphabeten, wie Sie einer sind, auf den Pfad der Erleuchtung zu geleiten, damit Erkenntnisgewinne in Sie einschlagen wie ein Blitz.

Vor 100 Jahren haben technisch-wirtschaftliche Prozesse, die alt herkömmlichen handwerklichen Produktionsweisen ersetzt, der Begriff hierfür -Industrialisierung. Die Wirtschaft hat eine Aufgabe, so schnell und effizient zu produzieren wie nur möglich, das tut sie ausgezeichnet. Durch fortschreitende Automatisierung- und Rationalisierungsprozesse sowie der Erfindung des Computerchips wurden und werden noch Millionen Arbeitsplätze wegrationalisiert.

 http://www.welt.de/wirtschaft/article140401411/Maschinen-koennten-18-Millionen-Arbeitnehmer-verdraengen.html

Ich will es hier an zwei Beispielen festmachen, es ließe sich beliebig fortführen. 1905 haben 41 % der Bevölkerung in Österreich, Schweiz sowie in Deutschland in der Landwirtschaft gearbeitet, heute sind es ca. 4 %. Vor 100 Jahren brauchte ein Mann 20 Stunden um 1 Hektar zu mähen, heute geht das mit der Maschine in 40 min. Von 1982-2002 stieg die amerikanische Stahlproduktion von 75 auf 102 Millionen t. Im selben Zeitraum nahm die Zahl der Stahlarbeiter von 289.000 auf 74.000 ab. In den 20 größten Volkswirtschaften der Erde sind zwischen 1995 und 2002 mehr als 30 Millionen Arbeitsplätze abgebaut worden. Im selben Atemzug sind die Gewinne der Konzerne um ein Vielfaches gestiegen, nämlich von 1980 bis 2000 um 500 %, und von 2000 bis 2010 nochmals um 280%

Selbst in China wird geplant, Industrien nach Amerika zu verlegen und dort die Arbeit in vollautomatischen Fabriken erledigen zu lassen.

Mein Eindruck ist nun eher nicht, dass es unsere Gesellschaft an Gütern mangeln würde. Im Gegenteil - der Markt wird überschwemmt mit Dienstleistungen und Gütern, von Letzterem wird sogar die Hälfte unverkauft weggeworfen.

https://www.youtube.com/watch?v=F7Hrany9JKU

Die Argumente - nein es sind keine Argumente, es ist NAZISPRECH -, wenn nur alle Leute arbeiten würden, ginge es plötzlich allen gut, als ob durch Tätigkeit - wie durch Zauberhand - plötzlich Geld entstehen würde. Das klappt höchstens in einem Online-Rollenspiel, wenn der NPC-Händler auch den Loot des 3.000.000 Monsters noch zum gleichen Preis kauft.

Wir sind auf dem besten Weg die entfremdete Arbeit zu erotisieren, sowie es den Nationalisten gelang, nicht was, sondern Hauptsache Arbeit, das zählt. Das beste Beispiel hierfür ist die Massendeportation in die Armutsindustrie. Und genau da sind wir heute angelangt, schauen Sie sich die Hartz-IV-Reform an und die damit umhergehenden Strukturen des fördern und fordern, nichts anderes geschieht da. Arbeit wird erfunden, damit gearbeitet wird, was gearbeitet wird, spielt keine Rolle. Und im Sinne einer Bedürfnisbefriedigung, arbeiten von zehn Menschen nur noch Einer, der Rest, wie Beamte, Hedgefonds-Manager, Fallmanger/Jobcentermitarbeiter - die Reihe ließe sich beliebig verlängern - verwalten nur noch den Mehrwert.

Die Frage ist also die, erschießen wir nun alle Arbeitslose, oder ermöglichen wir allen eine gesellschaftliche Teilhabe an dem erwirtschafteten Mehrwert? Oder sollte ich mich in der Automobilfertigung neben den Industrieroboter stellen und Arbeit simulieren?

Die USA will Kolonie auf dem Mond errichten
http://www.20min.ch/news/dossier/uswahlen/story/14321975
Vielleicht gibt es dann dort „ARBEIT FÜR ALLE ...“

Nachtrag: Der Durchschnittsstundenlohn aus abhängiger Beschäftigung betrug 1948 1,13 DM. Wenn man den Stundenlohn mal als einen Anteil am erwirtschafteten Wohlstand des Landes begreift, der Produktivitätszuwachs, und mal anhand der in den letzten 60 Jahren real erwirtschafteten Geldmenge hochrechnet, dann wäre eine Arbeitsstunde heute mit 139,88 € zu bezahlen. Die SPD feilscht bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro. Das ist doch wohl der blanke Hohn und ermöglicht noch nicht mal davon zu leben, geschweige denn überhaupt für die Rente einzahlen zu können, ohne später in Armut zu leben. Wenn man heute soviel verdienen müsste, um mindestens Hartz 4 als Rente zu bekommen, dann läge schon heute der Mindestlohn bei 12,50 Euro. Und rot-grün will weiterhin Dumpinglöhne als Fortschritt verkaufen - mit 8,50 Euro. Die Leute werden verarscht nach strich und Faden. Wenn man sozialistisch denkt, dann müsste man gemessen an der anteiligen Produktivkraft und erwirtschafteten Geld nach Wirtschaftsleistung einen Stundenlohn von 139,88 Euro fordern. Soweit denkt aber keiner auch ein Alexander Labrenz nicht – NÖ, denn dafür ist er zu blöd.

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