Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Montag, 23. April 2018

Globalisierung der Sprache oder auch Angriff auf unser Denken

Da trifft es sich doch gut, dass man bestrebt ist, selbst geisteswissenschaftliche Abhandlung nur noch in Englisch verfasst sehen zu wollen, der Einfachheit halber, um dem internationalen Niveau gerecht zu werden. Zumindest hat man vor, nur noch in englischer Sprache verfassten Abhandlungen mit Fördergeldern zu bedenken.

Doch ob Philosophen in der Lage sind, ihre Gedankengänge die sie in ihrer Muttersprache präzise darzulegen vermögen auch in Englisch präzisiert verfassen können, mit ihrem Schulenglisch, zumal die englische Sprache es überhaupt nicht hergibt - also diese Präzision, das ist nicht nur fraglich, das gibt ein Niveauabfall. Die Amerikanisierung über Google, Facebook, Apple, eBay, McDonald, Jeans und Popmusik macht nun auch nicht vor Ländergrenzen halt, auch die Sprache hat sie im Visier um den Formfleischmenschen zu perfektionieren. Wenn sich hier nicht die intellektuelle Avantgarde der Geisteswissenschaftler zusammentut und diesen sprachlichen Globalisierungswahn nicht entgegenstellt, dann brauchen wir auch keine Geisteswissenschaftler mehr.

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Sprachforscher Prof. Chomsky:

"Wichtig bei allen Nachforschungen: Die deutsche Sprache eignet sich als Grundvoraussetzung für eine treffende Intonierung der Klang- und Farbenlehre, sowie als Schlüssel zum romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen. Die deutsche Phonetik ist älter als wir noch eruieren können; sie findet sich in einer etwas abgewandelten Intonierung bereits in den Veden. Noch heute ist die deutsche Intonierung unübertroffen in ihrer wissenschaftlichen Eindringlichkeit und Ausdrucksweise, obwohl sie zum Großteil bereits durchdrungen ist von fremden Sprachsequenzen.

Versuche, die deutsche Phonetik in ihren Grundzügen zu verwässern, werden zwar ohne Unterlass unternommen, können sich allerdings nur an der Oberfläche durchsetzen! Etwas Prinzipielles ist unumstößlich; das trifft auch auf die menschliche Sprachschwingung (Klangreinheitslehre) zu. Sie einzudämmen, hieße eine komplette Ausrottung, was natürlich unmöglich ist, ohne die gesamte Menschheit auszurotten! Ein weiteres Sprachidiom, das sich hervorragend als „Dekodierschlüssel“ für das ursprüngliche „Wedisch“ verwenden lässt, ist das „Sibirienrussisch“, auch als „Komrussisch“ oder „Vedrussisch“ bezeichnet. Wiederum steht auch diese Sprache auf dem weltweiten Index eines „richtigen“ Sprachgebrauchs“ – wie das so treffend ein englischer Politiker in Abfälligkeiten bezeichnete."

Wie stark sich die deutsche Sprache verändert hat, zeigt ein Aufsatz von Helge Steinfeder über die Althochdeutsche Sprache. Er schreibt:

„Die Althochdeutsche Sprache ist noch viel, viel magischer, als sich dies so mancher vorstellen kann. Sie ist so magisch und voller tiefster Weisheit, dass man es einigen Schullehrern an Gymnasien verbot, Althochdeutsch zu unterrichten. Man drohte ihnen mit Existenzvernichtung, wenn sie weiter über das Althochdeutsche unterrichten würden“……

Helge Steinfeder beleuchtet mit sehr viel Wissen und Einfühlungsvermögen in das Althochdeutsche die Ursprünge unserer Sprachen, wobei er zu dem Ergebnis kommt, dass nicht im Sanskrit der Ursprung aller unserer Sprachen liegt, sondern im Althochdeutschen und er belegt es mit den Vergleichen vieler Worte. Wer sich dafür interessiert, der kann diesen Aufsatz hier herunter laden – es lohnt sich! http://blog.gartenweden.de/2013/06/01/die-magie-der-sprache/
via Catrin Luttmer

Ellen Vaudlet meinte hierzu: Danke dafür. Erst gestern hatte ich zu diesem Thema ein längeres Gespräch, bei welchem ich mir vorstellte, die (beispielhaft) Texte einer Elfriede Jelinek ins Englische zu transportieren.

Das KANN niemals funktionieren.

Orwell hat auch hier Recht behalten: Durch das "Vereinfachen" einer Sprache mittels Hinweglassens von emotionalen Beschreibungen (statt "wundervoll" ein "doppel-plus-gut") verschwinden früher oder später auch diese Emotionen, vereinfacht ausgedrückt.
Passt alles perfekt, das timing stimmt, denn der gewünschte Mensch ist eben ein sich-selbst-optimierender Homo Ökonomicus ohne allzu lästige soziale Bindungen oder Interesse an wortgewaltigen, philosophischen und tiefgründigen Schriften..

Man kann es auch einfacher ausdrücken: Dies ist ein Angriff auf unser Denken!

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