Das Geschäftsmodell
Es ist ein elegantes System. Die Betreiber von Windkraftanlagen bekommen seit 20 Jahren garantierte Vergütungen – erst über feste Einspeisevergütungen, dann über die "Marktprämie". Das Risiko? Trägt jemand anderes. Der Gewinn? Bleibt bei ihnen.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert Betreibern 20 Jahre lang feste Einnahmen pro eingespeister Kilowattstunde. Ob der Strom gebraucht wird oder nicht. Ob er gerade etwas wert ist oder nicht. Und falls das Netz den Strom nicht aufnehmen kann? Werden die Anlagenbetreiber für ihre "entgangenen Einnahmen entschädigt". Man kann es nicht verlieren.
Die Rechnung zahlt der Stromkunde. Über 300 Milliarden Euro sind seit 2000 über die EEG-Umlage geflossen – von den Mietern zu den Eigenheimbesitzern, von den Rentnern zu den Fondsgesellschaften. Seit 2022 läuft das Ganze über den Bundeshaushalt. Das heißt: Der Steuerzahler.
Die Renditen
Die Windkraft-Branche wirbt offen mit "4-6% Rendite bei moderatem Risiko". Manche Projekte versprechen bis zu 9%. Das ist bemerkenswert für eine Anlageform, die angeblich dem Gemeinwohl dient.
Woher kommt diese Rendite? Nicht aus dem Markt. Aus der Garantie. Die EEG-Vergütung eliminiert das unternehmerische Risiko. Der Staat – also wir – trägt das Ausfallrisiko. Die Investoren kassieren.
Die Zahlen aus dem Jahr 2023: 18,73 Milliarden Euro Förderung flossen an EEG-Anlagen. Dem standen Einnahmen aus dem Stromverkauf von 4,57 Milliarden gegenüber. Die Differenz? 14 Milliarden aus Steuermitteln.
Das britische Modell: Feudalismus 2.0
Wer verstehen will, wie das System funktioniert, muss nach Großbritannien schauen. Dort gehört der gesamte Meeresboden bis 12 Seemeilen vor der Küste der Crown Estate – dem Besitz der Krone.
Wer einen Offshore-Windpark bauen will, zahlt Pacht. Die Zahlen für 2024/25:
- Gesamtgewinn der Crown Estate: 1,15 Milliarden Pfund
- Davon aus Offshore-Wind-Lizenzen: 1,07 Milliarden Pfund
- Königliches Einkommen daraus (12%): 132 Millionen Pfund
König Charles verdient sein Geld mittlerweile hauptsächlich mit Windkraft. Sein offizielles Einkommen ist von 86 auf 132 Millionen Pfund gestiegen – "fast ausschließlich wegen der Profite aus Offshore-Wind", wie selbst Greenpeace feststellt.
Ausgerechnet Greenpeace wirft der Crown Estate "Monopoly-Profiteering" vor und droht mit Klage. Das System treibe die Energiekosten für britische Haushalte in die Höhe.
Der Klimakönig kassiert. Die Untertanen zahlen Rekord-Stromrechnungen.
Die deutsche Struktur
In Deutschland ist das Geld breiter verteilt, aber das Prinzip bleibt:
Die Betreiber: 20 Jahre garantierte Vergütung. Kein Marktrisiko. Selbst bei Abschaltung wegen Netzüberlastung gibt es Entschädigung.
Die Projektierer: Verdienen in der Bauphase, verkaufen dann an institutionelle Investoren.
Die Netzbetreiber: Kassieren für die Infrastruktur, die der Stromkunde finanziert.
Die Grundbesitzer: Pachteinnahmen für Standorte, ohne eigenes Risiko.
Die Fonds: 4-9% Rendite auf "grüne" Investments, staatlich abgesichert.
Wer zahlt: Der Stromkunde. Der Steuerzahler. Der Mieter, der sich keine Eigentumswohnung mit Solaranlage leisten kann.
Die verschwiegenen Kosten
Der Rückbau
Die ersten Anlagen aus den 90ern erreichen jetzt ihr Lebensende. Geschätzte Rückbaukosten pro Anlage: 30.000-100.000 Euro. Bei 30.000 Anlagen: bis zu 3 Milliarden Euro.
Für diese Kosten gibt es keine ausreichenden Rücklagen. Wenn Betreiberfirmen insolvent gehen, bleiben die Fundamente im Boden. Die Rotorblätter – Verbundmaterial, kaum recycelbar – werden vergraben oder verbrannt.
Die Subventions-Verlängerung
Läuft die 20-jährige Förderung aus, sucht die Politik nach "Anschlussförderungen". Alte Anlagen sollen weiterlaufen – mit neuen Subventionen. Das EEG 2021 sah das bereits vor, die EU hat gebremst. Aber der Druck bleibt.
Die externen Kosten
- 45-75 Millionen Tonnen Beton in deutschen Böden
- 6-12 Millionen Tonnen Stahl
- Bodenversiegelung, Waldrodungen, Infrastruktur
Das rechnet niemand in die "grüne" Bilanz ein.
Das Narrativ
Das Eleganteste am System ist das Narrativ. Wer Windkraft kritisiert, ist "Klimaleugner". Wer nach den Profiteuren fragt, ist "gegen die Energiewende". Wer die Kosten benennt, "gefährdet die Transformation".
So funktioniert ideologische Immunisierung. Die Kritik wird moralisch delegitimiert, bevor sie sachlich geprüft werden kann.
Dabei wäre die Frage einfach: Wenn Windkraft wirtschaftlich ist – warum braucht sie dann nach 25 Jahren noch Subventionen? Wenn sie dem Gemeinwohl dient – warum profitieren vor allem Investoren mit garantierten Renditen?
Die Parallele
Es ist das alte Muster: Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Kosten. Die Renditen fließen an die Anteilseigner. Das Risiko trägt die Allgemeinheit. Die Rechnung kommt später.
Die EEG-Subventionen sind die Pendants zur Bankenrettung: systemrelevant erklärt, alternativlos gemacht, von allen finanziert, von wenigen kassiert.
Der Unterschied: Bei der Bankenrettung war der Skandal offensichtlich. Bei der "Energiewende" ist er in grüne Rhetorik verpackt.
Fazit
Die Windkraft-Industrie ist kein Umweltprojekt. Sie ist ein Geschäftsmodell mit staatlicher Garantie. Die Profiteure sind identifizierbar: Fonds, Projektierer, Grundbesitzer, in Großbritannien sogar die Monarchie.
Die Verlierer sind ebenfalls identifizierbar: Stromkunden, Steuerzahler, zukünftige Generationen, die den Rückbau finanzieren und die Landschaft erben.
Das ist kein Argument gegen erneuerbare Energie. Es ist ein Argument gegen ein System, das unter dem Label "Klimaschutz" Vermögen umverteilt – von unten nach oben, vom Allgemeinen zum Privaten.
Die neuen Raubritter tragen keine Rüstung mehr. Sie tragen grüne Rhetorik.
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