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Dienstag, 3. Februar 2026

Die falsche Zielgruppe: Warum bedroht man im Krieg immer die Zivilbevölkerung?

 


Sergey Karaganow, langjähriger Berater des Kremls, spricht offen von nuklearen Schlägen gegen Deutschland und Großbritannien. Seine Worte sind unmissverständlich: "Meine Wahl wäre Großbritannien und Deutschland." Von der "Auslöschung" ganzer Staaten.

Nicht von Militärbasen. Nicht von Regierungen. Von Ländern.

Das heißt übersetzt: von Städten, Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern. Von uns.

Die Absurdität des modernen Krieges

Wenn Staaten einander drohen, richten sich diese Drohungen fast nie gegen die, die Entscheidungen treffen. Sie richten sich gegen die, die nichts entschieden haben.

Kinder. Pflegebedürftige. Arbeiter. Familien.

Menschen ohne Einfluss. Ohne Macht. Ohne Verantwortung für die Politik, die über ihr Leben bestimmt. Warum gelten ausgerechnet sie als legitime Ziele?

Die eigentlichen Entscheider bleiben unberührt

Währenddessen sitzen die Verantwortlichen geschützt. Politiker wie Olaf Scholz, Emmanuel Macron oder Keir Starmer, Generalstäbe der NATO, Berater, Strategen, Rüstungsvorstände. Bewacht, abgeschirmt, Evakuierungspläne inklusive.

Sie entscheiden über Krieg, aber sie tragen nicht das Risiko. Das Risiko tragen andere. Immer andere.

Was wäre die Alternative?

Warum richtet sich keine Drohung so: "Wir erklären den europäischen Entscheidungsträgern den Krieg. Nicht euren Bevölkerungen. Euch. Den Politikern, den Generälen, den Strategen. Ihr werdet die Konsequenzen tragen, nicht Millionen Unschuldige."

Was würde das ändern? Würden Kriege dann genauso leicht beschlossen? Oder wäre Diplomatie plötzlich attraktiver?

Das eigentliche Problem

Nicht "Krieg" allein ist das Problem. Sondern diese strukturelle Trennung: Entscheidung hier, Tod dort. Macht hier, Konsequenz dort.

Solange diese Trennung existiert, wird Krieg politisch billig bleiben. Denn wer nichts persönlich riskiert, entscheidet leichter über das Leben anderer.

Das ist das Design des Systems. Und es ist gewollt.

Krieg als Geschäftsmodell

Man wird das Gefühl nicht los, dass genau diese Struktur Absicht ist. Denn Krieg ist profitabel. Rüstungskonzerne verdienen Milliarden, Wiederaufbau bringt endlose Aufträge, Kredite fließen, Ressourcen werden neu verteilt, Macht wird konsolidiert.

Die Profiteure? Die sind nie in Gefahr. Sie sitzen in Vorstandsetagen, in Regierungsbunkern, in geschützten Villen. Während Kinder in Trümmern sterben, kassieren sie Dividenden.

Solange diejenigen, die über Krieg entscheiden, persönlich keinerlei Risiko tragen, werden sie weiterhin Kriege führen.

Die perverse Logik

Zivilbevölkerungen werden bedroht, weil sie verletzlich sind. Man erzeugt Angst, spaltet Gesellschaften, baut Druck auf. Zivilisten sind keine militärischen Ziele. Sie sind Druckmittel.

Das ist keine Strategie. Das ist organisierter Terror.

Und die wirklich Verantwortlichen? Die können sich in Sicherheit wiegen. Genau das ist das Problem.

Eine unbequeme Frage

Was würde passieren, wenn politische Entscheidungen reale persönliche Konsequenzen hätten? Wenn diejenigen, die eskalieren, selbst die gleichen Gefahren tragen müssten wie die Bevölkerung? Wenn Verantwortung nicht abstrakt wäre, sondern existenziell?

Die Zahl der Kriege würde dramatisch sinken. Nicht weil Menschen plötzlich friedlicher wären, sondern weil die Kosten endlich bei denen landen würden, die die Entscheidungen treffen.

Die unbequeme Wahrheit

Das System ist so konstruiert, dass die Falschen sterben. Soldaten an der Front, Zivilisten in Städten, Kinder, die keine Wahl hatten. Während die, die entscheiden und profitieren, außer Reichweite bleiben.

Das ist kein Zufall. Das ist Absicht.

Denn wenn Entscheidungsträger wirklich persönlich zur Rechenschaft gezogen werden könnten, nicht vor Gerichten in 20 Jahren, sondern real, unmittelbar, sähe die Welt völlig anders aus. Aber genau das soll nicht passieren.

Daher bedroht man lieber Millionen Wehrlose, statt die wenigen Verantwortlichen.

Der Kern meiner Kritik

Ich fordere keine Gegengewalt. Ich fordere etwas viel Simpleres: Dass diejenigen, die über Krieg entscheiden, endlich auch die Konsequenzen tragen. Politisch, rechtlich, persönlich.

Keine Gesellschaft sollte akzeptieren, dass wenige Menschen über das Leben von Millionen bestimmen können, während sie selbst vollkommen sicher bleiben.

Solange das so ist, wird Krieg immer ein Geschäft bleiben und niemals ein letztes Mittel.

Fazit

Warum akzeptieren wir ein System, in dem die Falschen sterben? Warum gelten Kinder als legitime Zielscheibe, aber Entscheider als unantastbar?

Vielleicht ist das die eigentliche Perversion moderner Politik. Nicht der Krieg selbst. Sondern wer ihn bezahlen muss.


Warum lassen wir zu, dass Krieg ein profitables Geschäft für die ist, die nie die Konsequenzen tragen?


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