Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Sonntag, 19. Juli 2015

Arte-Doku 2010 Amerikas geheimer Krieg in Laos Die größte Militäroperation der CIA



Wenn es möglich war, dass der amerikanische Geheimdienst kurz genannt „CIA“, einen geheimen Krieg von 1960-1972 in Laos führen konnte - muss die Frage gestattet sein, was heute alles möglich ist. Elf Jahre lang hat der CIA im 8-Minuten-Takt mit B 52 Bombern, Laos und seine Bewohner regelrecht zerfetzt, zerbombt quasi pulverisiert – eine Kultur komplett ausgelöscht. In diesem geheimen Krieg, von dem die Welt bis zum Jahr 2010 nichts wusste, sind mehr Bomben auf diesen kleinen Flecken Erde gefallen als im Zweiten Weltkrieg Japan und Deutschland zu verkraften hatte.






 Text übernommen von der TAZ: http://www.taz.de/!48459/

In 1960er- und 70er-Jahren hat der US-Geheimdienst fast unbemerkt weite Teile Laos bombardiert. 35 Jahre später sind Spuren des Engagements noch immer zu finden (Mi. 20.15 Uhr, Arte).
Dass Geheimdienste klandestin operieren, liegt in ihrer Natur. Doch unter Umgehung des eigenen Parlaments eine ganze Region in einem fernen neutralen Land in Schutt und Asche zu legen, und zwar so, dass sie die meist bombardierte Region der Welt wird, ist außergewöhnlich unverfroren und skrupellos.

Der geheime Krieg der amerikanischen CIA in Laos in den 1960er- und 70er-Jahren ist Fachleuten in seinen Grundzügen längst bekannt. Das breite Publikum hat dagegen allenfalls einmal den Ländernamen Laos gehört, ein kleiner autoritär regierter Staat jenseits weltpolitischer Schlagzeilen in Südostasien.

Doch der dortige von Washington jahrelang geleugnete Krieg dürfte auch 35 Jahre nach seinem Ende den meisten unbekannt sein. Außer denjenigen, die die 1990 produzierte Actionkomödie "Air America" mit Mel Gibson nicht für reine Fiktion hielten.

Die andauernde Obskurität des US-Geheimkrieges ist ganz im Sinne derjenigen, die ihn sowie seine Verschleierung zu verantworten haben. Genau deshalb ist es ein großes Verdienst des Dokumentarfilmers Marc Eberle, über die damaligen Ereignisse und ihre bis heute andauernden Folgen aufzuklären und dabei Beteiligte wie Betroffene zu Wort kommen zu lassen.

Der Film "Amerikas geheimer Krieg in Laos. Die größte Militäroperation der CIA" zeigt, wie mit dem Warlord Vang Pao vom Volk der Hmong in Laos eine antikommunistische Miliz aufgebaut wurde. Die CIA-Airline Air America, als kommerzielle Fluggesellschaft getarnt, versorgte sie mit Waffen, transportierte aber auch Drogen.

Für den Kampf gegen laotische Rebellen und den durch Laos laufenden Nachschubweg (Ho-Chi-Minh-Pfad) des Vietcong aus dem benachbarten Vietnamkrieg entstand auf der laotischen Ebene der Tonkrüge eine logistische Drehscheibe namens Long Cheng. Aus der Siedlung wurde schnell die zweitgrößte Stadt von Laos. Bald gab es auch einen Flughafen - einen eher speziellen: Long Cheng hatte die meisten Starts und Landungen in ganz Indochina, war aber auf keiner Karte zu finden.

Eberle dokumentiert seinen Besuch in dem noch bis vor Kurzem für westliche Ausländer gesperrten Ort. Er begleitet auch Fred Branfman bei einem Besuch in Laos, der als damaliger US-Entwicklungshelfer Zeuge des Krieges wurde, aber mit seinen Informationen in den USA kaum Gehör fand. Die Medien interessierten sich neben dem Vietnamkrieg kaum für "the other theatre", wie der geheime Krieg im CIA-Jargon hieß. Dabei hingen beide Konflikte zusammen.

Eberle interviewt einen ehemaligen Air-America-Piloten, den damaligen CIA-Chef in der Hauptstadt Vientiane, laotische Opfer sowie den heute in den USA lebenden Warlord Vang Pao.

Bis heute leben Hmong, die Nachkommen der damaligen Truppe, versteckt im Dschungel und haben noch keinen Frieden gefunden. Sie wurden von der CIA ebenso im Stich gelassen wie das ganze Land, das noch heute an den Folgen der Flächenbombardements leidet.

Angesichts der neuen Kriege in Irak, Afghanistan wie auch Pakistan, wo die CIA mit unbemannten Drohnen mutmaßliche Terroristen jagt und dies offiziell nicht bestätigt, ist der Film erschreckend aktuell und Warnung zugleich.

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Vor über 30 Jahren erschütterten die Bilder des Vietnamkrieges die Weltöffentlichkeit. Der parallel im Nachbarland Laos geführte Konflikt erscheint jedoch in keinem Geschichtsbuch. Zwischen 1965 und 1973 regneten 2,1 Millionen Tonnen amerikanischer Bomben auf das Land, mehr als auf Deutschland und Japan während des Zweiten Weltkrieges.

Der Vietnamkrieg fand vor den Augen der Weltöffentlichkeit statt, dagegen waren die bewaffneten Auseinandersetzungen im Nachbarland Laos eine der größten Geheimoperationen in der Geschichte des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Bis heute ist ungeklärt, wie vielen Menschen er das Leben gekostet hat, und bis heute dauern seine Nachwehen an. Denn 30 Jahre nach Ende des Vietnamkrieges liefern Überbleibsel der geheimen CIA-Armee sich noch immer vereinzelte Gefechte mit den kommunistischen laotischen Regierungstruppen.

Zwar war Laos 1954 und ein zweites Mal 1962 auf den Genfer Konferenzen für neutral erklärt worden, doch lag das Land mit seinen langen Grenzen zum kommunistischen China und Nordvietnam an einem wichtigen geostrategischen Platz und wurde von den USA zum Puffer gegen den sich ausbreitenden Kommunismus auserkoren. Als dann der Ho-Tschi-Minh-Pfad - die zentrale Versorgungsroute der Nordvietnamesen von Nord- nach Südvietnam - durch Teile von Laos führte, lieferten sich die laotischen Kommunisten der Pathet Lao und die Nordvietnamesen einen Guerillakrieg mit den USA.

Hauptquartier der CIA und der von ihr rekrutierten geheimen Hmong Armee war Long Cheng. Hier errichtete die CIA ab 1962 eine Luftbasis mit 40.000 Einwohnern. Von hier aus wurde der Krieg koordiniert und von hier starteten und landeten täglich über 400 Flugzeuge. Für einige Jahre war Long Cheng die zweitgrößte Stadt in Laos und der meist beflogenste Flugplatz der Welt. Doch der Ort war auf keiner Landkarte verzeichnet und nicht einmal der US-Kongress wusste von seiner Existenz.

Filmemacher Marc Eberle dokumentiert die Genese und unglaubliche Geschichte dieses Krieges, der in vielen Merkmalen zum Vorläufer für die heutige amerikanische Kriegsführung wurde. Ehemalige CIA-Offiziere, Piloten, Journalisten und laotische Zeitzeugen erzählen von der grausamen Surrealität eines Krieges und seiner skandalösen Verflechtungen.


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