Wir haben in den ersten vier Teilen die Architektur der Macht freigelegt: Das Schuldgeldsystem, die Offshore-Netzwerke, die Strohmänner des Tech-Kapitals, die Kalibrierung globaler Pfade durch Familien wie die Rothschilds. Aber eine Frage blieb offen: Wenn diese elitären Strukturen seit Jahrhunderten bestehen, wie haben sie die großen Arbeiteraufstände und Revolutionen überlebt? Die Antwort, die der Autor Richard Poe in seinem Buch How the British Invented Communism liefert, ist ein brutaler Paradigmenwechsel: Die Elite hat diese Revolutionen nicht überlebt. Sie hat sie erfunden. Der Kommunismus war nie ein Aufstand der Unterdrückten, sondern eine psychologische Waffe britischer Geheimdienste. Karl Marx und die alte Aristokratie hatten denselben Feind: die aufstrebende Mittelklasse. Wer das System verstehen will, muss begreifen: Die wahre Macht kontrolliert nicht nur das Kapital – sie kontrolliert auch den Widerstand dagegen.
HAUS DER UNWORTE
"Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten." Bertolt Brecht
Montag, 22. Juni 2026
Teil V: Rom ist nicht untergegangen – Die gekaufte Revolution und das Märchen vom Widerstand
Wir haben in den ersten vier Teilen die Architektur der Macht freigelegt: Das Schuldgeldsystem, die Offshore-Netzwerke, die Strohmänner des Tech-Kapitals, die Kalibrierung globaler Pfade durch Familien wie die Rothschilds. Aber eine Frage blieb offen: Wenn diese elitären Strukturen seit Jahrhunderten bestehen, wie haben sie die großen Arbeiteraufstände und Revolutionen überlebt? Die Antwort, die der Autor Richard Poe in seinem Buch How the British Invented Communism liefert, ist ein brutaler Paradigmenwechsel: Die Elite hat diese Revolutionen nicht überlebt. Sie hat sie erfunden. Der Kommunismus war nie ein Aufstand der Unterdrückten, sondern eine psychologische Waffe britischer Geheimdienste. Karl Marx und die alte Aristokratie hatten denselben Feind: die aufstrebende Mittelklasse. Wer das System verstehen will, muss begreifen: Die wahre Macht kontrolliert nicht nur das Kapital – sie kontrolliert auch den Widerstand dagegen.
Samstag, 20. Juni 2026
Die entwaffnete Seele — Wie Deutschland seinen kulturellen Kern verlor
Deutschland wurde nicht nur militärisch besiegt. Es wurde kulturell entwaffnet: Die eigene Denktradition verdrängt, ein politisch funktionalisierter Schuldkult installiert, und schließlich durch Gender-Ideologie und Identitätspolitik das letzte atomisiert, was noch Widerstand hätte leisten können — das Gemeinschaftsgefühl. Drei Philosophen von außen sehen, was viele Deutsche nicht mehr sehen dürfen: Fusaro, Preparata, Marazzina.
Es gibt Beobachtungen, die man nur machen kann, wenn man von außen kommt. Der italienische Philosoph Diego Fusaro beschreibt, wie er als Doktorand nach Deutschland reiste — ins Mekka der Philosophie, wie er es nannte. Er erwartete Hegel, Kant, Fichte, Schelling. Er fand analytische Philosophie angelsächsischer Prägung. Und in einem Bielefelder Seminar über Platons Ideenlehre: keinen einzigen Studierenden, der Altgriechisch konnte. Das Volk der Philologen — sprachlos in seiner eigenen Tradition.
Das ist kein Zufall. Es ist Methode.
Donnerstag, 18. Juni 2026
Baba Jaga und die KI-Revolution im Mythos-Content
KI generiert heute Musik, Text und Film in einer Qualität, die vor wenigen Jahren undenkbar war. Das Weltenklang-Projekt zeigt am Beispiel Baba Jaga, wie slawische Mythologie als episches Wissenslied aufbereitet werden kann — und was das über die Transformation von Bildung, Kultur und Kreativität aussagt.
Über 170.000 Aufrufe für ein KI-generiertes Wissenslied über eine slawische Waldhexe. Das klingt nach einer Randnotiz — ist aber in Wahrheit ein Symptom. Ein Symptom dafür, dass sich etwas Grundlegendes verändert hat in der Art, wie Wissen vermittelt, Kultur produziert und Mythos weitergegeben wird.
Das YouTube-Projekt Weltenklang verbindet Musik, Animation und historisches Wissen zu dem, was die Macher selbst „epische Wissenslieder" nennen. Der Beitrag über Baba Jaga — die unheimliche Gestalt aus den slawischen Wäldern, die in ihrem Haus auf Hühnerbeinen lebt und Menschen prüft statt sie bloß zu bestrafen — ist dabei kein Einzelfall. Zweimal pro Woche erscheinen neue Produktionen, von Níðhöggr über Hel bis zum Ragnarök.
Mittwoch, 17. Juni 2026
Der perfekte Betrug – wie Volkswagen, Lidl und ADAC die Sozialkassen plündern
Zwanzig Jahre lang wurden Bürgergeldbezieher in Talkshows vorgeführt, in Realityshows gedemütigt, als Asoziale und Schmarotzer beschimpft. Gleichzeitig zapfen Volkswagen, Lidl, ADAC und Coca-Cola systematisch Milliarden aus denselben Töpfen. Staatlich finanzierte Gratisarbeit, subventionierte Konzernakademien, Löhne die der Staat aufstocken muss. Das ist kein Versagen des Systems. Das ist das System. Und darüber hört man: nichts.
Zwanzig Jahre. Zwanzig Jahre lang hat die Republik ein Bild gepflegt, geschärft und in jedes Wohnzimmer transportiert. Das Bild vom faulen Schwein in der sozialen Hängematte. Vom Asozialen, der auf Kosten der Steuerzahler lebt. Vom bildungsfernen Drückeberger, der sich lieber vom Amt durchfüttern lässt als morgens aufzustehen. Vom Schmarotzer.
Talkshows haben dieses Bild produziert und reproduziert. Sandra Maischberger, Markus Lanz, Anne Will – Sendung für Sendung wurde der Hartz-IV-Empfänger auf die Couch gesetzt, befragt, seziert, verurteilt. Realityshows haben nachgelegt: „Hartz und herzlich", „Armes Deutschland", „Die Geissens" als Kontrastprogramm. Der Arbeitslose als Unterhaltungsformat. Als Warnendes Beispiel. Als Beweis dafür, dass wer arm ist, selbst schuld ist.
Politiker haben mitgemacht. Von links bis rechts. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wer zehn Euro Nebenverdienst nicht meldet, wird zur Rechenschaft gezogen. Wer einen Behördentermin verpasst, wird sanktioniert. Wer die zugewiesene Probearbeit verweigert – unbezahlt, versteht sich – riskiert Leistungskürzungen. Der Sozialstaat als Strafvollzugsanstalt für die Ärmsten.
Und gleichzeitig? Gleichzeitig läuft ein anderes System. Still, hochorganisiert, milliardenschwer. Volkswagen. Lidl. ADAC. Coca-Cola. Sie greifen tief in exakt dieselben Töpfe. Seit Jahrzehnten. Mit vollem Wissen der Behörden. Mit ausdrücklicher gesetzlicher Erlaubnis. Mit politischer Rückendeckung.
Man nennt sie keine Schmarotzer. Man nennt sie Kooperationspartner.
Dienstag, 16. Juni 2026
Vom Schachbrett in den Ring – Wie der Boxsport zum geopolitischen Instrument wurde
1997 schrieb Zbigniew Brzezinski die Blaupause für die US-Weltherrschaft: Die Ukraine ist der Schlüssel zur Kontrolle Eurasiens. Seitdem folgt alles einem Drehbuch – Maidan, Selenskyj, Krieg, Rohstoffabkommen. Und mittendrin: ukrainische Boxweltmeister im Weißen Haus und im Pentagon. Kein Zufall. Kein Sport. Geopolitik in Sportkleidung.
Im Juni 2026 stand Oleksandr Usyk im Oval Office. Der amtierende Schwergewichtsweltmeister schüttelte Donald Trump die Hand, besuchte anschließend das Pentagon und dokumentierte alles in den sozialen Medien. Die Sportpresse berichtete pflichtgemäß. Die meisten Kommentatoren fanden es irgendwie nett.
Wer aber die richtigen Fragen stellt, sieht etwas anderes: ein Muster das sich über drei Jahrzehnte erstreckt, das in einem Buch aus dem Jahr 1997 seinen Anfang nimmt und das heute im Boxring seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.
Montag, 15. Juni 2026
„Lieber vulgär- als gar nicht liberal" – Anna Schneiders Radikalprogramm in eigenen Worten
Anna Schneider, „Chefreporterin Freiheit" bei Die Welt, bezeichnet sich selbst als Libertäre, nennt Hayek, Mises und Ayn Rand als ausdrückliche geistige Vorbilder, zitiert Rothbard zustimmend und fordert „Freiheit und Staatsabwesenheit". Das ist kein Schubladendenken von außen – das sind ihre eigenen Worte, belegt durch Primärquellen. Wer den Staat als strukturellen Feind der Freiheit begreift und den Wohlfahrtsstaat als moralisches Korruptionsmedium, betreibt keinen Meinungsjournalismus – sondern politische Programmatik.
Ein früherer Beitrag auf diesem Blog hat Anna Schneiders ideologische Positionierung analysiert und dabei eine heftige Reaktion ausgelöst. Der häufigste Einwand lautete sinngemäß: „Das ist Schubladendenken. Sie bringt einzelne Zitate – du interpretierst das ganzheitlich." Dieser Artikel antwortet darauf – ausschließlich mit Schneiders eigenen Worten, aus belegten Primärquellen.
Ohne dieses Kapital kein Krieg
Die Abhängigkeitsstruktur des Dritten Reichs und wer davon wusste
Von Marigny de Grilleau
Vorbemerkung
Dieser Beitrag relativiert keine NS-Verbrechen. Er stellt eine andere Frage: Wer hat die materielle Voraussetzung dafür geschaffen dass diese Verbrechen möglich wurden? Wer hat geliefert, finanziert, ermöglicht – und was sagt das über die Mechanismen aus, die hinter der offiziellen Geschichtserzählung liegen?
Das Fundament: Wem gehörte Deutschland 1933 wirklich?
Bevor wir über Finanzierung und Technologietransfer sprechen, muss eine Frage gestellt werden die in keinem Schulbuch vorkommt: Wem gehörten die deutschen Schlüsselindustrien als Hitler die Macht übernahm?
Die Antwort verändert alles.
Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland wirtschaftlich am Boden. Die Reparationsforderungen des Versailler Vertrags waren nicht erfüllbar. Was folgte war kein spontaner Wiederaufbau sondern ein gezielt konstruierter Kapitaltransfer: der Dawes-Plan von 1924 und der Young-Plan von 1929, beide federführend von amerikanischen Bankiers – allen voran J.P. Morgan – ausgehandelt.
Sozialdarwinismus 2.0: Alte Ideologie, neue Verpackung
Der Sozialdarwinismus des 19. Jahrhunderts ist nicht verschwunden. Er hat nur die Sprache gewechselt. Was Spencer „natürliche Auslese" nannte, heißt heute „Eigenverantwortung." Was Galton „minderwertige Erbanlagen" nannte, heißt heute „genetische Disposition für Armut." Was Haeckel „Belastung durch Untaugliche" nannte, heißt heute „Sozialschmarotzer." Die Logik ist identisch. Die Funktion ist identisch. Nur die Verpackung ist moderner geworden – und deshalb gefährlicher.
Zwei Begegnungen in kurzer Zeit haben mich veranlasst, diesen Beitrag zu schreiben. Eine Privatière auf Twitter, die unumwunden erklärte, Armut sei Genetik – schlechte Gene vererben sich, die Armen haben es verdient. Und Markus Krall, der in der alternativen Szene als Freiheitsphilosoph gehandelt wird und dessen Programm bei näherer Betrachtung die radikalste Besitzstandswahrungsideologie der Moderne ist – verpackt in Bibelzitate. Beide zusammen ergeben kein Zufall. Sie ergeben ein System. Und dieses System hat einen Namen, den es sorgfältig vermeidet.
Samstag, 13. Juni 2026
Souveränität, Neutralität, Kultur: Deutschland – fremdbestimmt ruiniert
Von Dr. Wolfgang Bittner | Redemanuskript des Vortrags vom 30. Mai 2026, internationale Konferenz des Schiller-Instituts, Berlin | Erstveröffentlicht auf RT DE
Deutschland ist seit 1945 nie vollständig souverän gewesen – Truppenstationierungsvertrag, NATO-Mitgliedschaft und EU-Recht schränken den politischen Handlungsspielraum bis heute ein. Die aktuelle Vorkriegssituation böte die Chance für eine Neutralität Deutschlands, doch die Berliner Politik folgt weiterhin dem Kurs der Obama/Biden-Netzwerke. Statt eigene Interessen zu vertreten, liefert die Regierung Merz Geld und Waffen für die Ukraine. Die Kulturkonfrontation zwischen US-dominierter Westkultur und europäisch-konservativer Kultur ist dabei ein oft übersehener Hintergrund des Konflikts.
Die aktuelle Vorkriegssituation bietet Deutschland die Chance, sich aus der militärischen und kulturellen Umklammerung der USA zu lösen und zu seinen kulturellen Wurzeln zurückzufinden. Der Ukraine-Konflikt erscheint dabei als Kampf zwischen US-dominierter und konservativer europäischer Kultur.
Sie schicken dich vor — Thomas Wasilewski und die Milliardenverbände, die schweigen
Sie schicken dich vor — Thomas Wasilewski und die Milliardenverbände, die schweigen
Ein schwer kranker Mann steht allein vor einem Ministerium. Er bekommt den Hass der kleinen Leute ab — den Hass, der eigentlich den Verbänden gehört, die ihn vorschicken. Sechs karitative Spitzenverbände plus organisierter Gewerkschaftsapparat: über 2 Millionen hauptamtliche Beschäftigte, rund 3 Millionen Ehrenamtliche, 7 Millionen Gewerkschaftsmitglieder — über 12 Millionen Menschen insgesamt. Einen Jahresumsatz der Wohlfahrtsverbände, der die 100-Milliarden-Grenze überschreitet. Genug Macht, um die Agenda 2010 zu verhindern. Sie haben es nicht getan. Und jetzt stehen sie hinter ihm — unsichtbar.
Thomas Wasilewski steht vor dem Ministerium. Allein. Schwer krank. Mit einem Schild: Regelsatz rauf auf 813 Euro. Und er fängt ab, was auf ihn einprasselt: Schmarotzer. Parasit. Faules Schwein. Der aufgestaute Zorn der kleinen Arbeitsfrau. Die aufgestaute Wut des kleinen Arbeiters. All jener, die sich jeden Morgen zwingen aufzustehen, die den eigenen Arbeitszwang täglich gegen sich selbst durchsetzen müssen — und die jemanden brauchen, an dem sich das entladen kann.
Er ist dieser Jemand. Sichtbar. Greifbar. Mit einem Gesicht.
Und die, die ihn vorgeschickt haben, sind unsichtbar.
Freitag, 12. Juni 2026
Die neue Hexenjagd — Wer arm ist, ist schuldig
Sie werden Schmarotzer genannt. Parasiten. Sozialschmarotzer. Man zeigt mit dem Finger auf sie. Man spuckt auf sie herab. Man gibt ihnen die Schuld für alles — für die Inflation, für den Wohnungsmangel, für die Staatsverschuldung, für den gesellschaftlichen Niedergang. Sie sind die Sündenböcke des 21. Jahrhunderts. Und niemand nennt es beim Namen: Das ist eine Hexenjagd.
Es gab eine Zeit in der man nicht laut sagen durfte dass man krank ist. Dass man anders liebt. Dass man dem falschen Gott dient. Wer es trotzdem sagte — oder wer es nicht sagen musste weil die Nachbarn es schon wussten — der wurde ausgegrenzt. Gedemütigt. Verfolgt. Verbrannt.
Diese Zeit ist nicht vorbei. Sie hat nur die Zielgruppe gewechselt.
Heute darf man nicht laut sagen dass man arbeitslos ist. Dass man Bürgergeld bezieht. Dass man aufstockt. Wer es sagt — beim Arzt, beim Amt, beim Vermieter, beim ersten Date — der sieht es in den Augen des anderen: den kurzen Moment der Einschätzung, des Urteils, der Distanzierung. Schmarotzer. Versager. Einer der es nicht geschafft hat. Einer dem man nicht trauen kann.
Niemand hat das beschlossen. Es wurde nicht per Gesetz eingeführt. Es ist langsam gewachsen — durch tausend Talkshows, durch hunderttausend Kommentare, durch Schlagzeilen die immer dasselbe sagen: Die da unten sind schuld.
Donnerstag, 11. Juni 2026
Der Henker, der nicht weiß, dass er einer ist — Die Göcken-Serie, Teil IV
Die Bundesagentur für Arbeit ist mit über 127.000 Beschäftigten mehr als doppelt so groß wie das französische Pendant und die mächtigste Arbeitsverwaltung Europas. Sie kontrolliert keine Verdächtigen — sie kontrolliert Arme. Fred Göcken ist das Produkt dieses Systems: 20 Jahre Bodensatz, kognitive Erosion, ein Menschenbild das sich im Laufe der Zeit selbst verfinstert hat. Im Ronzheimer-Podcast bei BILD, dem „sicheren Raum" für seine Märtyrererzählung, demontiert er sich auf elf Seiten selbst — ohne es zu merken. Das ist kein Einzelfall. Das ist Systemlogik. Göcken klagt über fehlende Sanktionen — in dem Moment in dem das Sanktionsregime gerade wieder massiv verschärft wird. Er ist nicht der einsame Mahner. Er ist die Begleitmusik.
Die Bundesagentur für Arbeit beschäftigt, Agenturen und Jobcenter zusammengerechnet, über 127.000 Vollzeitäquivalente. Das französische Pendant France Travail — für eine ähnlich große Bevölkerung zuständig — kommt auf rund 59.000. In ganz Europa gibt es keine staatliche Arbeitsverwaltung vergleichbarer Größe und vergleichbarer Eingriffstiefe. Diese Behörde nennt sich nicht Geheimdienst. Sie heißt Jobcenter. Und sie kontrolliert keine Verdächtigen. Sie kontrolliert Arme.
Das ist der Rahmen, in dem die Göcken-Debatte stattfindet. Nicht die Frage, ob ein einzelner Sachbearbeiter mutig oder feige, ehrlich oder verlogen ist. Sondern die Frage, was ein System mit Menschen macht, die zwanzig Jahre lang seinen Bodensatz verwalten.
Mittwoch, 10. Juni 2026
Das Undenkbare denkbar machen – Von Huxley zur Zeckenpflicht
1946 schrieb Julian Huxley – Eugeniker, erster UNESCO-Generaldirektor und Erfinder des Begriffs „Transhumanismus" – das Programm auf: Was jetzt undenkbar ist, muss Schritt für Schritt denkbar gemacht werden. Heute kann man beobachten, wie dieses Programm abgearbeitet wird. 2018 plädiert die spätere Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, in einer Fachzeitschrift dafür, staatliche Eingriffe ins Gehirn von Straftätern „nicht auszuschließen". 2025 erscheint in der renommierten Zeitschrift Bioethics (Wiley-Verlag) ein Paper zweier US-Philosophen, das die absichtliche Verbreitung einer durch Zeckenbisse übertragbaren Fleischallergie als „moralisch geboten" bezeichnet. Das sind keine Randerscheinungen – das ist eine Linie. Wer sie nicht sieht, schaut nicht hin.
Es gibt einen Satz, den man nicht vergessen kann, wenn man ihn einmal gelesen hat. Julian Huxley – Biologe, Eugeniker, erster Generaldirektor der UNESCO und Bruder des „Brave New World"-Autors Aldous Huxley – schrieb ihn 1946 in das Gründungsdokument der UNESCO, das er selbst verfasste:
„Auch wenn es durchaus wahr ist, dass eine radikale eugenische Politik noch auf viele Jahre hinaus politisch und psychologisch unmöglich sein wird, wird es für die UNESCO wichtig sein, dafür zu sorgen, dass das eugenische Problem mit größter Sorgfalt untersucht wird und dass das öffentliche Bewusstsein über die anstehenden Fragen informiert wird, so dass vieles, was jetzt undenkbar ist, zumindest denkbar wird."
Man muss sich den Zeitpunkt vergegenwärtigen: 1946. Ein Jahr nach der Befreiung der Lager. Huxley wusste, dass das Wort „Eugenik" verbrannt war. Sein Programm war nicht, die Idee aufzugeben – sondern sie in neues Vokabular zu kleiden, über Institutionen und Fachpublikationen Schritt für Schritt wieder in den Bereich des Akzeptablen zu verschieben. Das Undenkbare denkbar machen. Geduldig. Methodisch. Institutionell.
Dienstag, 9. Juni 2026
Leo XIV. an Markus Krall: Gott ist kein Libertärer
Markus Krall hat behauptet, Gott sei ein Libertärer – der freie Wille beweise, dass Steuern Sünde seien und der Markt alles regele. Am 15. Mai 2026 hat der Papst geantwortet. Nicht persönlich an Krall – aber so präzise, als hätte er das Interview gelesen. Die Enzyklika „Magnifica Humanitas" widerlegt die religiös verpackte Marktideologie des Klosterschülers aus der Schweiz Punkt für Punkt. Wer behauptet, die katholische Soziallehre stütze den Libertarismus, lügt – oder hat sie nie gelesen.
Vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle Markus Kralls Methode seziert: die berechtigte Systemkritik als Einstiegsdroge, dann die Totaldiagnose gegen Staatlichkeit als solche, schließlich das Programm zur Vollendung der Diktatur ökonomischer Macht – verpackt in Bibelzitate. Nun hat der Papst geliefert. Und man muss es so deutlich sagen: Wer nach „Magnifica Humanitas" noch behauptet, Gott sei ein Libertärer, betreibt entweder bewusste Täuschung oder hat mit seiner angeblichen Glaubenstradition nichts mehr gemein als den Taufschein.
Montag, 8. Juni 2026
Armut ist Genetik. Eine Privatière erklärt die Welt
Eine Twitter-Nutzerin wirft mir Sozialdarwinismus vor — weil ich den Befund von Prof. Biesalski zitiere: Kinder in Armut haben messbar kleinere Hippocampi. Dauerhaft. Nicht reparabel. Der Vorwurf ist eine Falle. Als ich widerspreche, zieht sie sich auf „nur Korrelation" zurück. Wirkt sachlich. Ist es nicht. Denn am Ende kommt die eigentliche These: Armut ist Genetik. Schlechte Gene vererben sich. Die Armen haben es verdient. Das ist kein Ausrutscher. Das ist die Ideologie dahinter — dokumentiert, im Screenshot.
Es begann mit einem Zitat. Walter Krämer, Statistikprofessor, hatte es auf den Punkt gebracht: Deutschland gehört zu den wenigen Ländern der Welt, die nach der UN-Definition keine messbare Armut mehr aufweisen. Nicht weil die Armut verschwunden ist — sondern weil man den Begriff umdefiniert hat. Statt absoluter Armut misst man heute „Armutsgefährdung" — ein relatives Verteilungsmaß, das sich strukturell nie verbessern kann, solange die Einkommensverteilung konstant bleibt.
„Deutschland zu den wenigen Ländern der Welt gehört, die nach der Definition der Vereinten Nationen eine extrem niedrige, nämlich gar nicht mehr messbare Armuts-quote aufweisen“ pic.twitter.com/1dwRsPtrHm
— Kilian Löser (@KilianLoeser) June 7, 2026