Eine „Kohlehilfe“ oder „Ölhilfe“ gibt es nicht. Wer seine Heizölrechnung nicht bezahlen kann, bleibt im Regelfall auf einen Monat Grundsicherung oder Sozialhilfe verwiesen, und zwar mit allem, was dazugehört. Wer zu spät kommt, geht leer aus: Beim Jobcenter und bei der Grundsicherung im Alter zählt der Antrag im Fälligkeitsmonat. Konto, Vermögen, Auto und Haus werden offengelegt. Ist das Haus zu groß, gibt es im Zweifel nur ein Darlehen mit Grundschuld. Schon die laufende Grundsicherung im Alter nimmt die Mehrheit der Berechtigten nicht in Anspruch. Jede Korrektur der Verteidiger („Es gibt doch noch den Härtefall …“) fügt einen weiteren Paragrafen hinzu, den der Rentner kennen müsste. Bei der Winterhilfe für die Ukraine prüft der Staat Projekte und Rechnungen im Nachhinein, beim Rentner jede Kontobewegung vorab. 1973 wusste der Staat, wie schnelle Hilfe geht. Heute verweist er auf Paragrafen, und links wie rechts streitet man darüber, ohne das Spiel zu durchschauen.
Wenn die politische Klasse von links bis rechts über Winterhilfe streitet, wird das eigentliche Problem sorgfältig umschifft: ein Sozialleistungssystem, das Hilfe verspricht und den Weg dorthin mit so vielen Prüfstationen pflastert, dass viele gar nicht erst losgehen.