Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Sonntag, 19. Juli 2015

Der "Antisemit" Gesell



Ditfurth schreibt in Ihrem Buch: "Entspannt in die Barbarei" dass Gesell "rassistisch" (S. 17) und einen "Antisemiten" (S. 16, 115 u. 124). Mal ganz abgesehen davon, dass selbst dann, wenn Gesell tatsächlich ein Rassist und Antisemit wäre, das noch nicht gegen seine Geld-, Zins- und Bodentheorie spräche. Sollte diese richtig und wichtig sein, kann mich nichts davon abhalten, sie dennoch für meine Zwecke auszuschlachten. Kein Marxist hat sich je von Marxens antisemitischen Sprüchen - ja ja, die gibt es!  - abhalten lassen, den "historischen Materialismus" zu studieren und zu propagieren. Doch was lesen wir bei Gesell über die Juden?

In seiner Schrift Nervus rerum aus dem Jahre 1892 schreibt er in dem Kapitel Die Judenfrage, hier in der Gänze:

"Bei dem heutigen Geldwesen hat der Geldinhaber dem Wareninhaber, d. h. dem Producenten, gegenüber große Vorrechte und wenn er aus diesen Vorrechten Nutzen zu ziehen sucht, so thut er nicht mehr, als jeder andere an seiner Stelle auch thun würde. / Die Juden beschäftigen sich nun mit Vorliebe mit Geldgeschäften und es ist klar, dass diese Vorrechte des Geldinhabers darum auch vorzugsweise den Juden zu Gute kommen. / Hat aber darum Herr Stöcker [der damalige Hofprediger Kaiser Wilhelms II] ein Recht, die Juden zu verfolgen? / Ist nicht das Geld eine öffentliche Einrichtung, kann nicht Jeder, wenn er dazu befähigt ist, den Juden Concurrenz machen, hat nicht schon Jeder, selbst Herr Stöcker, den geheimen Wunsch gehegt, selber Bankier zu sein? / Die Judenhetzerei ist eine colossale Ungerechtigkeit und eine Folge einer ungerechten Einrichtung, eine Folge des heutigen Münzwesens. / Wo Aas ist, da versammeln sich die Adler; will man die Adler vertreiben, so braucht man die Lockspeisen nur fortzuschaffen und die Adler werden von selbst verschwinden, ohne dass es nöthig sein wird, auch nur einen einzigen zu thödten [!]./ Die Münzreform macht es unmöglich, dass jemand erntet ohne zu säen, und die Juden werden durch dieselbe gezwungen werden, die Verwerthung ihrer grossen geistigen Fähigkeiten nicht mehr im unfruchtbaren Schacher zu suchen, sondern in der Wissenschaft, Kunst und ehrlichen Industrie. / Die Münzreform schützt die Juden nicht allein vor jeder weiteren Verfolgung [!], sondern sie sichert auch der deutschen Wissenschaft und Gesetzgebung die Mitwirkung des jüdischen Scharfsinnes."

  - So spricht also ein Antisemit.

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