Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Mittwoch, 16. Dezember 2015

„Anstatt manchmal zu akzeptieren, dass die Welt scheiße ist und es Kriege und Krankheiten gibt — und es dafür keinen Grund gibt —, werden Verschwörungstheorien erfunden.“ (Gremium Goldener Aluhut)

Dieses Jahr wird noch vielen in Erinnerung bleiben – noch über Jahrzehnte hinaus. In diesem Jahr endete die offene Gesellschaft in Deutschland, verwandelte sich in eine totalitäre, autoritäte Masse, die – wir kennen das schon aus der Geschichte – sich hauptsächlich selbst belauert, selbst denunziert, neue Menschen- bzw. Hexenjagden veranstaltet zur Unterhaltung und zum Nutzen einer Elite, die von Jahr zu Jahr unverschämter in die Kassen greift. Ziemlich doof, wenn man mich fragt: eine eine solche … doofe … Generation macht ja jetzt Politik. Angst macht sich breit in diesem Land: Angst, von einem wildgewordenen Mob der wahnhaften Idioten angeprangert und angegangen zu werden, Angst, von der Millionärspresse als „unerwünschte Person“ definiert zu werden: mit allen Folgen für Leben und Beruf, die solche Definitionen mit sich bringen. Quelle: http://www.nachrichtenspiegel.de/2015/12/14/deutschland-2015-das-ende-der-offenen-gesellschaft-und-der-buergerkrieg-gegen-die-vernunft/

Noch ist man dabei, zu sortieren, wer alles zu den „unerwüschten Personen“ gehört, zu jenen, die aussortiert, selektiert gehören, weil sie den Alltag stören. Noch ist man sich nicht ganz sicher, wer alles „an die Wand“ gehört, aber sicher ist schon: man hasst mit aller Kraft jene, die angeblich Hassparolen verbreiten. Ob sie dies wirklich tun, ist egal – es reicht, dass es von ihnen behauptet wird. Das unausgegorene, dümmlliche Vorurteil ist wieder Haupttriebkraft jeder Politik geworden und ein bildungsferner, unkritischer Mob geifert mit, beständig auf der Suche nach neuen Opfern. Wir dürfen zusehen bei diesem Selektionsprozess, der den Säuberungen im Hitlerreich ebenfalls schon mal vorrausging; die Elite träumt mal wieder von einer Zeit, wo „die anderen“, die „Fremden“, die „Juden“, das ganze Gesochse endlich mal angegangen werden kann, wo man endlich wieder einmal seinen eigenen Lebensfrust straflos an anderen auslassen darf.

Höre Sie einfach mal genau zu, wie man sich auf den Feind einschießt: Deutschlands politisches Leitmedium ist gerade voll in Aktion (siehe Spiegel):

„An diesem Wochenende soll vor dem Kanzleramt in Berlin wieder demonstriert werden. Es geht gegen den deutschen Kriegseinsatz in Syrien, gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und gegen irgendwas mit Amerika. Interessant ist, welch breites Bündnis von ganz rot bis sehr braun zur Teilnahme aufruft. Selbsternannte Abendland-Patrioten schreiten Seit an Seit mit Putin-Fans, Neonazis mit Anhängern der Linkspartei, Israel-Gegner mit Islam-Hassern.“

Niemand demonstriet gegen „irgendetwas mit Amerika“ – aber was soll man sich denn überhaupt noch mit den Argumenten der Bürger auseinandersetzen, wenn man doch schon sein eigenes, kleinbürgerliches Vorurteil geschmiedet hat: die sind alle unerwünschte Persönlichkeiten – die … und noch viele andere mehr, die Aufzählung nimmt kaum ein Ende:

„Deutschland ist dabei, seine politische Mitte zu verlieren. Die neuen Wutbürger kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Es sind wertkonservative Intellektuelle darunter, fromme Christen, linke Globalisierungsgegner und radikale Pazifisten. Es ist ein Aufstand der Verängstigten, denn sie alle eint die Sorge vor dem Fremden und das Misstrauen gegenüber den Eliten.“

Intellektuelle, Christen, Pazifisten, Linke: schon der alte „Führer“ konnte mit diesem friedliebenden Pack nichts anfangen – die neuen ebenso wenig. Natürlich eint sie alle nicht die „Sorge vor dem Fremden“ – aber das ist ja auch egal für das eigene Vorurteil: wer soll einen schon groß aufhalten, wenn man für die Millionärspresse schreibt und von ganzen Anwaltsbrigaden geschützt wird: die Arroganz der Macht wird immer unverhohlener öffentlich demonstriert – das spricht für die Qualität der Gespräche hinter den Kulissen. Deutschland zieht wieder in den Krieg, die ganze Elite verdient gut daran. Wer dem entgegensteht, gehört entmenschlicht. Lager, in denen diese Menschen zum Zwecke der Besinnung konzentriert werden, folgen noch.

Die Elite verdient daran? Nun – ohne die deutschen Waffen wäre die IS ziemlich zahnlos, so jedenfalls urteilt Amnesty International (siehe FAZ). Und wir pumpen noch immer mehr Waffen hinein, an denen wir exzellent verdienen – schon jetzt können sich unsere Staatssekretäre wieder auf tolle „Incentives“ der Rüstungsindustrie freuen: solange der Rubel rollt, ist für die „Elite“ genug da. Seltsam eigentlich, wie sich diese Elite selbst definiert: Intellektuelle, Christen, Pazifsten und Linke scheinen nicht dazu zu gehören – darf ich daraus schließen, dass man eher antichristlich gesprägt ist, eher blöde und kriegsverherrlichend eingestellt und damit stramm ultrarechts und extrem menschenfeindlich?

Mag sein, dass das der Grund ist, weshalb die Mehrheit des deutschen Volkes keine Demokratie mehr erkennen kann? Es gibt noch andere Daten dazu – außer dem gepflegten Vorurteil des Spiegel-Kommentators (siehe Handelsblatt):

„60 Prozent aller Deutschen empfinden den Einfluss der Wirtschaft auf politische Entscheidungen als zu hoch. Der Wähler sei dabei mehr und mehr außen vor. Das Ergebnis einer breit angelegten Studie ist besorgniserregend.“

Das war im Februar 2015. Hat diese Studie irgendeine Resonanz gehabt? Auch nur eine kleine? Als Deutschland noch eine klar erkennbare Demokratie war, wären sofort Parteien, Kirchen und Verbände ausgeschwärmt, um diese Enwicklung zu studieren und ihr entgegen zu wirken. 2015 jedoch: interessiert sich die „Elite“ kein bischen dafür.

Wie definiert sich eigentlich diese Elite selbst? Nun – ich gehe mal davon aus, dass sie mit Intellektuellen, Christen, Pazifisten, Linken nichts gemein hat – und auch nicht mit den Freunden Israels. Ja – das verwundert etwas: in den Reihen der oft als „rechts“ verschrieenen „Pegida“ findet man wehende Israel-Fahnen – natürlich nur aus Tarnungsgründen, wie das Vorurteil der Millionärspresse zielsicher lautet (siehe Spiegel). Die haben jetzt Neonazis zu sein – ob die wollen oder nicht. Die echten Neonazis jedoch – findet man woanders: in der Millionärspresse selber (siehe Berliner Zeitung):

„Bereits am 21. Februar 2014 hatte die Süddeutsche Zeitung den Trend gesetzt. Damals druckte sie eine Karikatur, die Zuckerberg als Krake mit Hakennase zeigte, mit Löckchen, fetter Gierlippe und blitzend-hervortretenden Raffäuglein. Der Spiegel berichtete damals kritisch. Jetzt bezeichnet Sascha Lobo, ein Kolumnist von Spiegel-online, Zuckerberg „als erste Stütze und größten Nutznießer eines Systems, das unbedingt kritikwürdig ist“. Lobo beschimpft ihn als einen, der „mehrdeutigen Grundsätzen“ folgt, „die Ökonomisierung von allem nicht als Problem, sondern als Lösung betrachtet“ und – besonders verwerflich – listig „getarnt“ nur nach einem trachtet, „die gesamte Menschheit zu Facebook zu holen“.“

Der Führer hätte seine wahre Freude daran: die Elite der Millionärspresse einträchtig im antisemitischen Gleichschritt – und keinen störts. Nun ja – der Berliner Zeitung ist dies aufgefallen. Während Pegida mit Israelfahnen durch Dresden zieht, bemerkt der Berliner Kurier, dass es eine „schlimme Wiederkehr finsterer Zeiten“ gibt: Gewalt gegen Juden wird wieder gesellschaftsfähig (siehe Berliner Kurier). Wo bleibt da der Aufstand der „Gutmenschen“? Nun – wer Intellektuelle zum Feind erklärt, weiß, wo er steht: „Generation Doof“ verherrlicht sich gerne selbst.

Sicher – sie kann schöne Worte aufschreiben (siehe Spiegel):

„In diesen schönen Worten zeigt sich: Es ist das Wesen der Vernunft, dass sie sich selbst erkennt, in ihren Wahrheiten, in ihren Werten, die dann auch keiner Begründung mehr bedürfen.Die Vernunft schafft sich ihre Ordnung selbst. Die Gleichheit ist so ein vernünftiger Wert, auf der Gleichheit baut alles auf, aus ihr erwächst die Toleranz.“

Wichtige Worte, auf die unsere ganze Kultur beruht: aus dem Wert der Gleichheit wächst die Toleranz. Wir können dem Autor auch noch einen Schritt weiter folgen:

„Und jeder Politiker, jeder Forumspöbler, der das Schicksal der Flüchtlinge diskutiert, ohne diese grundsätzlich Gleichheit zu akzeptieren, kündigt damit das Versprechen der Vernunft auf, auf dem die Demokratie beruht.“


Und hier … ist unsere Gemeinsamkeit auch gleich zu Ende. „Forumspöbler“ – kennt man nur bei der „Elite“. Die Vernunft fordert uns nicht nur auf, politische Flüchtlinge als „gleich“ anzuerkennen, sondern auch den politischen Gegner, die „Intellektuellen, Christen, Pazifisten, Linken“ – ohne ihnen zu unterstellen, sie würden unter dem (historisch völlig falschen) Begriff „Querfront“ eine geheime Allianz der Staatsfeinde zum Zwecke des Umsturzes bilden. Wir müssen auch noch mehr als „gleich“ ansehen: zum Beispiel die, die gegen „irgendwas mit Amerika“ demonstrieren. Schön wäre, wenn man sich auch mal informiert hätte, wogegen die eigentlich demonstrieren, bevor man sie verurteilt: aber wer „gleich“ ist und wer nicht, ist halt inzwischen reine Entscheidungssache der Elite.

Gerne summiert man diese Menschen auch unter dem Titel „Verschwörungstheoretiker“, verleiht ihnen einen „Goldenen Aluhut“ unter Applaus von Stern, Focus, Spiegel-Online, DerWesten, Deutschlandradio, Bild, Rolling-Stone und anderen mehr (siehe Der goldene Aluhut), ein Preis, der aufzeigen soll, wer „der Doofste im ganzen Land“ ist (siehe Spiegel): dass dieser Preis die politische Qualität eines Judensterns hat, fällt in einer Branche, die bei dem Namen „Zuckerberg“ gleich in alte antisemitische Reflexe verfällt, kaum noch weiter auf. Entsprechend qualifiziert ist auch das Gremium, das sich diesen Judenstern ausgedacht hat: ein Mechatroniker, ein Krankenpfleger, ein Ingenieur für Informationstechnik, ein Jurastudent, ein IT-Systemelektroniker und ganz vorne: eine Frau ohne nähere Berufsbezeichung, aber einem breiten Spezialwissen über … na, eigentlich alles, von Medizin, Psychologie, aktuelles Zeitgeschehen bis Homöopathie (siehe Goldener Aluhut). Sie hat auch selbst recht merkwürdige Ansichten, die sie in einem Interview ganz keck verbreitet (siehe Wired):

„Anstatt manchmal zu akzeptieren, dass die Welt scheiße ist und es Kriege und Krankheiten gibt — und es dafür keinen Grund gibt —, werden Verschwörungstheorien erfunden.“

Ja – das ist die Ponyhofwelt der Generation Doof: wir sollten halt einfach aktzeptieren, dass es Kriege gibt – und wer das nicht kann und will, bekommt einen Aluhut. Hier wird Wahn zum Gesetz – aber vielleicht braucht man dafür etwas mehr Bildung, als es das Leben der vielgelobten, sich selbst als omnipotent empfindenen Protagonistin her gibt: Kriege … kommen nicht einfach so. Kriege werden – ganz anders als Naturkatastrophen – einzige und allein von Menschen gemacht. Menschen denken sie sich aus, bereiten sie vor, bewaffnen sich dafür und beschließen dann, „das Krieg ist“. Jeder einzelne Krieg der ganzen Menschheit läßt sich detalliert auf Entscheidungen von Menschen zurückführen: und aufgrund dieser Erkenntnis haben wir die Geisteswissenschaften erschaffen, die nur einen einzigen wirklichen Zweck haben: den Krieg zu verhindern, in dem man versteht, warum Menschen ihn veranstalten. Einfach zu akzeptieren, „das es Kriege gibt“, wirft uns zurück in den blinden Aberglauben vorchristlicher Zeiten, in denen man noch Kriegsgötter hatte, die ihn mit Macht in die Welt setzten.

Wer das nicht versteht, darf sich einfach mal vorstellen, was vom „Krieg“ übrigbleibt, wenn keiner hingeht.

Der Massenmord an einer Million Iraker: egal, Hauptsache man hat Spaß und kann sich über andere lustig machen.

Schade, dass Bildung so selten geworden ist in diesen Zeiten. Insofern ist es aber verständlich, dass die Kinder vom Goldenen Aluhut auch in Frage stellen, ob „Theologie“ überhaupt noch an Universitäten gelehrt werden soll – wir merken, da reiht sich jemand gerne ein in die Querfront jener, die Intellektuelle, Christen, Pazifsten und Linke als Feind der kriegsführenden Gesellschaft verstehen und sie gerne selektieren möchten. Klar ist: wer der Regierung widerspricht, lebt ihm Wahn – so der Titel eines Filmes im ZDF über „Verschwörungstheorien“. Im Interview mit einem der Filmmacher wird deutlich: von der offenen Gesellschaft hat man sich weit verabschiedet (siehe Berliner Morgenpost):

„Natürlich machen wir uns auch über das Thema lustig. Es fällt einfach schwer, das ernst zu nehmen, weil alles so abstrus ist.“

Wenn etwas ernst zu nehmen schwer fällt, kann das einfach an mangelnder Bildung liegen: dass die Erde eine Kugel ist, wurde ebenfalls lange Zeit verfolgt und belächelt.

Wäre man eher an Bildung als an naiven Vorurteilen interessiert, hätte man wahrnehmen können, dass es zu „Verschwörungstheoretikern“ schon wissenschaftliche Arbeiten gibt (siehe Forschung und Wissen):

Eine Forschergruppe aus den U.S.A. und Großbritannien, hauptsächlich bestehend aus Psychologen und Gesellschaftswissenschaftlern, haben eine neue Studie vorgestellt, welche darauf schließt, dass Verschwörungstheoretiker entgegen allen Mainstream-Stereotypen vernünftiger sind als Menschen, welche die offizielle Version nicht hinterfragen und umstrittene oder beschrittene Ereignisse einfach akzeptieren.

Umstrittene Ereignisse wie … Krieg, zum Beispiel. Diese Studie über eine vernunftbegabte, kritische Gegenkultur hatte auch noch ein interessantes Nebenergebnis:

„Die Gruppe der Menschen, die der offiziellen Version glauben – welche im Internet eine deutliche Minderheit darstellt – reagiert auf die Kommentare anders Denkende oftmals verärgert, angewidert oder gar aggressiv. Die Forscher vermuten dahinter Frust, dass die Aussagen der alteingesessenen Mainstream-Medien unter Verschwörungstheoretikern nicht mehr akzeptiert werden.

In der Studie heißt es, dass „Menschen, welche die offizielle Darstellung über den 11. September favorisierten, im Allgemeinen einen feindseligeren Ton anschlugen, wenn sie versuchten, Andersdenkende zu überzeugen“.“

Der Hass … ist auf Seiten des Mainstream. Dort – und nur dort – gibt es faschistoide Erscheinungen wir den „Goldenen Aluhut“ und Geseiere über „irgendwas mit Amerika“. Die Autoren dieser seriösen Studie gehen sogar noch weiter:

Der Politikwissenschaftlers Lance deHaven-Smith erklärt, dass dies mit der CIA-Kampagne mit dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“ zusammen hängt. Mit dieser Kampagne soll angeblich der Name Verschwörungstheoretiker bzw. Verschwörungstheorie in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht werden. So werden Menschen, welche die offizielle Version einer Regierung anzweifeln, öffentlich als Spinner angesehen und man schenkt ihnen so kein Gehör. Laut Lance deHaven-Smith ist dies wohl eine der erfolgreichsten Propaganda-Initiativen aller Zeiten.

Der goldene Aluhut: ganz offen ein Auswuchs von Geheimdienstpropaganda. Keiner merkts – mangelnde Bildung zahlt sich halt aus.

Sind diese einzelnen Erscheinungen der Generation Doof noch als Ausfallerscheinungen moderner Bildungspolitik zu sehen, wird es gefährlicher, wenn eine ganze Partei offen das Ende der demokratischen Kultur fordert (siehe Spiegel):

„Nach der 74,3-Prozent-Schlappe für SPD-Chef Sigmar Gabriel war es sein Stellvertreter, der am Samstagmorgen nun zur Geschlossenheit mahnte: „Wir müssen aufhören mit der Misstrauenskultur in der SPD“, sagte Ralf Stegner. Es müsse Schluss sein mit den Vorwürfen, dass die Sozialdemokraten das eine sagen und das andere tun. „Nur eine selbstbewusste SPD, die die Gegner nicht in den eigenen Reihen sucht, hat Chancen, auch Dinge durchzusetzen. Das sollten wir uns merken.“

Nur: es geht nicht darum, irgendetwas durchzusetzen, weil man sich selber toll dabei fühlt: es geht darum, dass Beste für das Volk zu tun – das ist der Auftrag der Basis. Wer mit Worten wie „Misstrauenskultur“ den Gegner psychische Schwäche diagnostiziert, hat sich ganz weit entfernt von den Forderungen der Vernunft für ein demokratisches Miteinander … und fordert unverhohlen einen Führerkult zwecks Machterhalt.

Doch es kommt noch schlimmer: zum Erhalt der Meinungshoheit über „das Pack“ gibt es offene Allianzen zwischen Konzernen und Regierung, um „genehme Meinung“ zu generieren (siehe Spiegel):

„Er sei dankbar, sagte der Minister, dass Facebook seine Verantwortung wahrnehme. Und er werde eine Arbeitsgruppe gründen, nicht nur mit Facebook, sondern mit anderen sozialen Netzwerken, mit NGOs und „der Politik“. Es soll wieder eine Debatte über den Hass im Netz werden.“

Nun: gemeint ist natürlich nicht der Hass der Regimetreuen gegen die Skeptiker – denen sehr Unwohl wird angesichts der gewünschten Allianz von Regierung und Konzern gegen das Volk … eine Allianz, die einigen Faschismustheoretikern zufolge ein zentrales Definitionsmoment für Faschismus ist.

Nun – vielleicht gibt es in den USA noch einen anderen Freiheitsbegriff – vielleicht sogar erst Recht im Reich des Herrn Zuckerberg. Doch in Deutschland: da gibt es einen Bürgerkrieg gegen die Vernunft, einen Bürgerkrieg gegen die offene Gesellschaft – in der jeder und jede alles und jedes glauben darf: auch über Einhörner. Es darf auch jede und jeder seine Meinung sagen – auch über Flüchtlinge. In einer offenen Gesellschaft muss man das ertragen können: sonst ist man schnell viel faschistischer als jene, denen man unterstellt, so zu sein. Und 2015 scheint mir das Jahr zu sein, in dem sich die Masse der Journalisten von der offenen Gesellschaft verabschiedet hat – zugunsten von … etwas anderem.

Vielleicht … irgendwas mit Amerika.

PS: ein Nachwort noch für die ganz Doofen. Dass wir uns für den Wert der Meinungsfreiheit einsetzen, heißt nicht, dass wir alle Meinungen teilen, die unbequem sind. Angesichts von 70000 jährlichen Toten durch Nebenwirkungen und Ärztepfusch wäre für diese Menschen „Einhornmedizin“ eine clevere Alternivative gewesen. Jedenfalls … bringt die weniger Leute um. Und darüber … können wir gerne lange diskutieren. Der Autor dieser Zeilen hat 17 Jahre Pharmaindustrie hinter sich und kann da viel Material beibringen. Reichsbürger … sind da ein anderes Thema (doof – erläutere ich später). Flüchtlingskritiker sind nicht automatisch rechtsextrem, viele von ihnen haben nur zu viele Mainstreamsendungen über den „Islamischen Staat“ gesehen – oder Mein Kampf der Kulturen gelesen. Für die Folgen dieser Sendungen sind aber nicht die Informierten allein verantwortlich. Und weiße Balkenmuster am Himmel ärgern mich als Fotografen: egal, was drin ist. Ich lasse mir da ungern einreden, dass die eigentlich gar nicht da sind. Wäre so, als müßte ich akzeptieren, dass die Erde wieder eine Scheibe sei.

Wer wissen will, woher die Skepsis gegenüber der „Elite“ kommt, sei auf diese aktuelle Nachricht verwiesen (siehe Spiegel):

Die Finanzbehörden haben nach einem Medienbericht belastendes Material über mehr als hundert Banken und Fonds gesammelt, die den Fiskus mit dubiosen Aktiendeals um mehr als zehn Milliarden Euro betrogen haben sollen. Etlichen Instituten drohten Razzien

So werden Gelder generiert, mit denen man im „Spiegel“ Anzeigen schalten kann und so den Redakteuren Traumhonorae ermöglicht. So – schließt sich der Kreis. Oder?

Quelle: http://www.nachrichtenspiegel.de/2015/12/14/deutschland-2015-das-ende-der-offenen-gesellschaft-und-der-buergerkrieg-gegen-die-vernunft/

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