Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Dienstag, 1. September 2015

Sozialschmarotzer! Parasiten!

Wer lebt eigentlich in Deutschland alles auf Kosten der Gemeinschaft?

Klar. Erste Antwort: ALG-2 Bezieher. Weiß ja jeder.

Wer noch?

Polizisten. ARGE-Mitarbeiter. Frau Merkel. Bundeswehr. Professoren. Lehrer. Und alle weiteren Beamten und staatlichen Angestellten. Ohne Steuerzahlungen der Allgemeinheit (und bei 19% Mehrwertsteuer ist „JEDER Hartz-IV Mensch“ mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil seines zur Verfügung stehenden Anteils dicke dabei) keine Jobs.

Noch mehr?

Ärzte. Ohne Solidargemeinschaft der Versicherten (und ohne den Gesellschaftsvertrag zur überdurchschnittlichen Vergütung) keine Jobs. Auf dem Markt in Marrakesch habe ich Ärzte kennengelernt, die ohne soziale Hängematte ihren Job machen mussten. Wichtigste Regel für den Kundenfang: Potenzmittel anbieten! Erst dann: Verkauf von ärztlichen Dienstleistungen - Vorsorge, Impfungen, Antibiotika, etc.
War eine sehr lehrreiche Erfahrung. Links vom Arzt war der Stand vom Metzger, rechts davon ein Stand mit Gewürzen.

Und natürlich all die Angestellten und Vorstandsvorsitzenden der Krankenkassen.

Ein Nachschlag noch?

Alle Versicherungen. Ohne (für eine demokratische Solidargemeinschaft sehr wichtige) Gemeinschaft der Versicherten - keine Jobs.

Wer lebt noch auf Kosten der Gemeinschaft?

Unternehmer. Ja - sogar die.

Ohne eine über Jahrhunderte gewachsene Gesellschafts- und Infrastruktur wäre Produktion, Vertrieb und Absatz von Handys oder Klopapier nicht denkbar, ohne eine Gemeinschaft, die Straßen erhält, Kommunikationswege pflegt, Sicherheit und rechtlich zuverlässige Rahmenbedingungen für Besitz bietet, in Schulen und Universitäten die Konsumenten und Produzenten der neuen Generation heranbildet, sozialen Frieden gewährleistet, wäre ein Unternehmen kaum profitabel, wenn überhaupt existenzfähig. Es braucht eine hochspezifische Umwelt, um gedeihen zu können. Und die kann es nicht aus eigener Kraft schaffen.
Es muss - quasi parasitär - sich an eine Gesellschaft dranhängen, die diese Umwelt bietet. So eine wie unsere, z.B. Aborigines brauchen keine Spülmaschinentabs oder Flachbildschirme.

Weiter noch?

Der Mensch als soziales Wesen ist ohne Gemeinschaft eigentlich gar nicht überlebensfähig. Zu "Gemeinschaft" gehört hier allerdings auch ... "Umwelt". Ein Trapper im Wald (ein sehr reiches Umfeld) kann recht lange allein überleben, in ärmeren Umfeldern (Wüste. Ozean. Gebirge.) wird schon mal ein Tag schwierig, gibt es dann noch Konkurrenz (Bären, Löwen, Giftschlangen, Viren ...) wird es sehr haarig. Aber auf die Umwelt bezogen ... lebt der Mensch nur als Sozialschmarotzer - von der Leistung anderer (Beerensträucher, Apfelbäume, Jagdwild, Hafer, Gerste und Getreide ...).

Wer ist also Parasit und Sozialschmarotzer?

Alle. Oder Keiner.

Letzteres wäre mir lieber. 


1 Kommentar:

  1. Sehr gut überlegt! Und wie bekommen wir jetzt die Entsolidarisierung aus den verdummten Sklavenköpfen raus? Jeder meint doch selbst die Krone der Schöpfung zu sein und schuld sind immer alle Anderen. Es ist zum Haare raufen...
    Chris

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