Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Donnerstag, 3. September 2015

Wir müssen die Lohnnebenkosten senken, um international bestehen zu können.



Lohnnebenkosten!

Wir müssen die Lohnnebenkosten senken, um international bestehen zu können.

Diese Aussage ist Zynismus pur. Wir sind Exportweltmeister. Die Darstellung der Arbeitgeberverbände und Politiker hört sich immer so an, als bestehe Produktion aus reinen Lohnkosten. Tatsächlich macht je nach Unternehmen der Anteil der Lohnkosten nur ein Minimum aus.

Um das mal zu verdeutlichen Die Großbäckerei Kamps baut in Lüdersdorf ein neues Werk. Dieses Werk soll 250 Beschäftigte haben, die 95.000 Tonnen Mehl im Jahr verarbeiten, das sind ca. 320 Tonnen täglich. Damit werden neben den so genannten Aufbackwaren für Supermärkte die Marken Golden Toast und Lieken Urkorn hergestellt. Beliefert werden der Lebensmitteleinzelhandel in Berlin und Hamburg sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Täglich müssten dazu 800 Filialen angefahren werden. Haben Sie eine Vorstellung davon, wie viele Backwaren da täglich hergestellt und in 3 Regionen verteilt werden.

320 Tonnen Mehl das entspricht 320.000 Broten a 2 Pfund oder 1 Kg, wenn man nur das reine Mehlgewicht rechnet. Um jedoch einen Teig herzustellen, muss ich dem Mehl andere Bestandteile hinzufügen: Wasser Hefe etc. Also stimmt die Rechnung nicht mehr so ganz. Von einem Fachmann habe ich die Information bekommen, dass aus einem Kg Mehl 1,650 Kg Teig entstehen. Nehmen wir mal an, von den 320 Tonnen Mehl täglich werden 100 Tonnen für Brötchen verwendet und er bekäme pro Brötchen 0,10 Euro. Das ergäbe pro Kilo Mehl plus Wasseranteil = 1,65 Kg = 30 Brötchen (a 55 gr. [Teig]) mal 100.000 kg Mehl = 3 Millionen Brötchen oder Tagesumsatz von 300.000 €.
Dann könnte er mit dem Umsatz der Brötchen innerhalb von ca. 4 Tagen die Gehälter der Mitarbeiter für den ganzen Monat finanzieren. Jetzt rechnen Sie mal nach, wie hoch der anteilige Lohn bei der Verarbeitung der gesamten Mehlmenge im Monat ist. Mehl, ja sogar das Wasser und Hefe kosten natürlich auch Geld, ebenso die Energiekosten u.s.w., aber diese Kosten haben nichts mit Lohnkosten zu tun. Lohnstückkosten sind der rein durch den Lohn der Mitarbeiter entstandene Kostenanteil am fertigen Produkt.

Jeder weiß, dass die Kamps-Bäckerei von Barilla übernommen wurde. Grund der Übernahme war unter anderem die hohe Verschuldung der Kamps AG. Haben Sie schon jemals bei einem Arbeitgeberverbandspräsidenten oder einem Politiker gehört, dass der Kostenanteil an einer Produktion wegen der Zins- und Tilgungslasten zu hoch wäre? Obwohl es viele Unternehmen gibt, bei denen diese Kosten ein Mehrfaches der Lohnnebenkosten ausmachen.
Noch etwas sollten Sie sich fragen. Stellen Sie sich vor, statt Kamps würden, wie früher, Bäcker die Bevölkerung mit den Backwaren versorgen. Die von Kamps täglich verarbeitete Menge an Mehl würde reichen, 1.000 Bäckern eine Lebensgrundlage zu bieten, die dazu noch jeder mindestens einen Gesellen und eine Verkäuferin einstellen müssten. Die Preise würde das nur unmaßgeblich tangieren, aber die Zahl der Beschäftigten hätte sich verzwölffacht. Im Umkehrschluss könnte man sagen: Kamps sorgt in der Region für zusätzlich 2.750 Arbeitslose.

Ich erspare mir weitere Aufzählungen, weil jeder weiß, was ich meine.



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