Einleitung: Der Köder Donald Trumps neueste Ankündigung klingt wie ein Befreiungsschlag: Ein Verbot für große Investmentfirmen, Einfamilienhäuser zu kaufen. Endlich wird der „Amerikanische Traum“ verteidigt! Doch Vorsicht: Wenn ein Zauberkünstler mit der rechten Hand wedelt, sollten wir genau auf seine linke Hand achten. Vielmehr liegt es nahe: Dieses Verbot ist „Theater für die Tribüne“ – eine Ablenkung von einem Diebstahl, der längst stattgefunden hat.
Der Realitätscheck: Ein Tropfen auf den heißen Stein Bevor wir zum eigentlichen Skandal kommen, ein Blick auf die Zahlen: Institutionelle Investoren besitzen laut Analysen gerade einmal 0,5 % der Einfamilienhäuser in den USA. Ein Verbot mag gut klingen, bekämpft aber ein Problem, das statistisch kaum existiert. Die wahren Gründe, warum sich junge Menschen (nur noch 21 % Erstkäufer!) kein Haus leisten können, sind hohe Zinsen und fehlender Neubau. Warum also der Lärm?
Der Kern: Die stille Abschaffung des Eigentums Während wir über „böse Investoren“ diskutieren, hat sich im Hintergrund das Rechtssystem radikal gewandelt. Der Finanzexperte David Rogers Webb deckt in seinem Buch The Great Taking auf, dass unser Verständnis von „Eigentum“ eine Illusion geworden ist. Das Stichwort lautet: „Security Entitlement“ (Anspruch auf Wertpapiere).
Früher: Dir gehörte eine Aktie oder ein Vermögenswert direkt.
Heute: Du hast nur noch einen vertraglichen Anspruch gegen deinen Vermittler (die Bank). Das Gefährliche daran: Dein „Eigentum“ liegt in einem großen Pool, den die Bank als Sicherheit für ihre eigenen, riesigen Wetten (Derivate) nutzen darf.
Die Falle: Wenn die Musik aufhört Das Weltwirtschaftsforum prognostizierte: „Du wirst nichts besitzen“. Webb beschreibt den Mechanismus, wie das wahr werden könnte:
Schulden als Waffe: Jahrzehntelang wurden wir in die Verschuldung gelockt.
Der Crash: Wenn die Zinsen steigen und die Blase platzt, geraten Banken in Not.
Der „Safe Harbor“ (Sichere Hafen): Hier wird es kriminell. Gesetzliche Änderungen sorgen dafür, dass im Crashfall eine „geschützte Klasse“ von Großbanken sofortigen Zugriff auf alle Sicherheiten hat – bevor du als Kunde auch nur einen Cent siehst. Selbst wenn du glaubst, dein Haus oder dein Depot sei sicher: Wenn dein Vermittler fällt, gehört dein „Anspruch“ plötzlich zur Konkursmasse, auf die sich die Großen zuerst stürzen.
Fazit: Der Streit um das Fahrrad Stell dir vor, du streitest mit deinem Nachbarn lautstark darüber, wer das letzte Fahrrad im Schaufenster kaufen darf. Ihr seid so beschäftigt, dass ihr nicht bemerkt, wie der Ladenbesitzer im Hinterzimmer einen Vertrag unterschreibt. Dieser Vertrag besagt: „Wenn der Laden pleitegeht, darf der Großlieferant alle Fahrräder mitnehmen – auch die, die den Kunden schon 'gehören', aber noch im Laden stehen.“ Trump streitet mit uns über den Käufer des Fahrrads. David Rogers Webb zeigt uns den Vertrag im Hinterzimmer. Es ist egal, wer kaufen darf, wenn das Eigentumsrecht selbst ausgehöhlt wurde.
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