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Freitag, 6. Februar 2026

Dugins blinder Fleck - Warum die „5 Westen"-Analyse zu kurz greift

Alexander Dugin, der russische Philosoph und Geostratege, hat kürzlich eine interessante These vorgelegt: Der „kollektive Westen" sei fragmentiert, zerfallen in „fünf Westen" - Trump-USA, die Europäische Union, Großbritannien, die WOKE-Globalisten und Israel. Jeder dieser „Westen" agiere mit eigenen Interessen, teilweise gegeneinander. Russland, so Dugin, stehe nun nicht mehr einem einheitlichen Block gegenüber, sondern fünf rivalisierenden Machtpolen.

Die Beobachtung ist nicht falsch. Tatsächlich sehen wir Fragmentierung, Spannungen, scheinbare Bruchlinien innerhalb des transatlantischen Gefüges. Aber Dugins Analyse greift zu kurz. Radikal zu kurz. Denn er macht denselben Fehler wie fast alle Geostrategen unserer Zeit: Er analysiert die Bühne, nicht die Regisseure. Er sieht Fragmentierung, wo Kontrolle herrscht. Er sieht Konflikt, wo Kooperation läuft - hinter den Kulissen, auf jener Ebene, die nie in Nachrichtensendungen erscheint: der Kontrolle über die Geldschöpfung.

Die eigentliche Frage lautet nicht: „Welche Westen gibt es?" Die Frage lautet: „Wer finanziert sie alle - und warum?"

Der blinde Fleck aller Geostrategen

Dugin steht nicht allein. Kissinger analysierte Machtbalancen. Brzezinski entwarf das „große Schachbrett". Huntington sprach vom „Kampf der Kulturen". Alle brillante Köpfe. Alle mit scharfsinnigen Beobachtungen über Konfliktlinien, Ideologien, geopolitische Interessen.

Und alle übersehen sie die zentrale Machtfrage: Wer kontrolliert die Geldschöpfung?

Das ist kein Zufall. Diese Frage zu stellen bedeutet, an das Fundament des gesamten Systems zu rühren. Wer hier gräbt, stößt nicht auf ideologische Differenzen oder kulturelle Konflikte, sondern auf die nüchterne Wahrheit darüber, wie Macht in modernen Gesellschaften tatsächlich organisiert ist.

Das Geldsystem - genauer: die schuld-basierte Geldschöpfung durch Zentralbanken und Geschäftsbanken - ist der blinde Fleck fast jeder politischen Analyse. Marx sah ihn nicht. Robert Kurz sah ihn nicht. Dugin sieht ihn nicht.

Das Geldsystem als Kern der Macht

Dabei ist der Mechanismus einfach zu verstehen: Geld entsteht durch Schulden. Ausnahmslos.

Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, schöpft sie Geld. Dieses Geld existiert vorher nicht - es wird in dem Moment geschaffen, in dem jemand sich verschuldet. Wenn gespart wird, muss sich an anderer Stelle jemand verschulden, sonst schrumpft die Geldmenge. Der Zins, der auf alle Kredite erhoben wird, ist nicht im System enthalten - er kann nur durch neue Schulden, durch neues geschöpftes Geld bedient werden.

Das System zwingt daher strukturell zum Wachstum. Zum ewigen Wachstum. Auf einem endlichen Planeten. Mit endlichen Ressourcen. Die Konsequenzen - ökologisch, sozial, geopolitisch - sind das, was wir als „Krise" wahrnehmen. Aber es ist keine Krise. Es ist Systemlogik.

Und hier liegt die entscheidende Erkenntnis: Dieses System gilt für Kapitalismus UND Sozialismus gleichermaßen.

Die Sowjetunion hatte eine Zentralbank. Sie hatte Staatsschulden. Sie hatte Zinsen. China hat es heute. Die USA haben es. Die EU hat es. Jeder der „5 Westen" Dugins operiert auf Basis desselben Geldschöpfungsprinzips.

„Links" und „Rechts" sind Varianten innerhalb desselben Systems - nicht Alternativen zum System.

Das bedeutet: Die ideologischen Kämpfe, die wir beobachten - Kapitalismus gegen Sozialismus, Globalisten gegen Nationalisten, Ost gegen West - sind Oberflächenphänomene. Sie finden statt innerhalb eines Rahmens, der nie zur Debatte steht: die Kontrolle über Geld, Kredit und Schulden durch eine kleine Anzahl von Institutionen.

Der historische Beweis: Alle Seiten, eine Quelle

Wer das für Spekulation hält, sollte sich mit der Arbeit von Antony Sutton auseinandersetzen. Sutton, ein Stanford-Ökonom, verbrachte Jahrzehnte damit, die Finanzströme zwischen Wall Street und den großen ideologischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts zu dokumentieren.

Sein Befund: Wall Street finanzierte die bolschewistische Revolution. Dieselben Banken, dieselben Konzerne finanzierten Adolf Hitler und den Aufbau der NS-Kriegsmaschinerie. Dieselben Netzwerke unterstützten Mao Zedong.

Warum sollten kapitalistische Eliten kommunistische Revolutionen finanzieren? Die Antwort ist simpel: Wer beide Seiten eines Konflikts kontrolliert, kontrolliert das Ergebnis.

Carroll Quigley, Historiker und Mentor Bill Clintons, beschrieb in seinem Werk „The Anglo-American Establishment" die Rhodes-Milner-Gruppe - ein Netzwerk britischer und amerikanischer Eliten, das seit dem späten 19. Jahrhundert bewusst auf beiden Seiten geopolitischer Konflikte agierte. Nicht aus Verwirrung. Nicht aus Opportunismus. Sondern aus strategischem Kalkül.

Siehe auch: Das globale Theater: Warum der Krieg echt, aber der Feind eine Illusion ist

Wer wirklich kontrolliert: Der alte Adel

Hier wird es interessant - und hier liegt möglicherweise der größte blinde Fleck moderner Analysen. Wenn wir über „die Eliten" sprechen, über „Finanzoligarchie" oder „globale Machtstrukturen", fallen oft bestimmte Namen: Rothschild, Rockefeller, Warburg. Bankiersfamilien, häufig jüdischer Herkunft.

Aber ist das die ganze Wahrheit?

Betrachten wir die Strukturen, die niemals verschwanden:

City of London Corporation - Eine eigenständige Rechtseinheit innerhalb Londons, älter als das britische Parlament selbst, mit eigenen Gesetzen und bis heute weitgehend unabhängig von demokratischer Kontrolle. Hier residieren die ältesten Banken, hier wird globales Finanzkapital koordiniert. Diese Institution existiert seit über 1000 Jahren.

Privy Council - Der Geheimrat der britischen Krone. Formal beratend, faktisch bis heute einflussreich in Gesetzgebung und Verwaltung des Commonwealth.

Britisches Königshaus und verbundene Adelshäuser - Kontinuität seit Wilhelm dem Eroberer (1066). Landbesitz in einem Ausmaß, der kaum vorstellbar ist. Die verstorbene Queen Elizabeth II. war die größte Landbesitzerin der Welt.

Oxford und Cambridge - Nicht einfach Universitäten, sondern Rekrutierungs- und Sozialisationszentren der Elite. Wer hier studiert, wird Teil eines Netzwerks, das seit Jahrhunderten besteht. Zugang über Geburt und Verbindungen.

Geheimdienste - MI6, GCHQ. Traditionell dominiert von Absolventen von Eton, Oxford, Cambridge - also vom Adel und den mit ihm verbundenen Kreisen.

Diese Strukturen sind 500 bis 1000 Jahre alt.

Die Rothschilds sind circa 250 Jahre alt. Die Rockefellers circa 150 Jahre.

Wer ist wahrscheinlicher der Chef?

800 Jahre Währung = 800 Jahre Macht

Ein weiterer Indikator für diese Kontinuität: Das britische Pfund Sterling ist die älteste noch existierende Währung der Welt - über 800 Jahre alt, mit Ursprüngen um 1200 n. Chr. Keine andere heute genutzte Währung kommt auch nur annähernd an diese Beständigkeit heran.

Zum Vergleich:

  • Der US-Dollar existiert seit 1792 (gut 230 Jahre)
  • Der Schweizer Franken seit 1850 (etwa 175 Jahre)
  • Der Euro seit 1999 (25 Jahre)
  • Russland, Frankreich, Deutschland - alle erlebten Währungsreformen, Hyperinflationen, Zusammenbrüche, Neugründungen

Aber das Pfund überlebte.

Das ist kein Zufall. Eine Währung über acht Jahrhunderte stabil zu halten erfordert institutionelle Kontinuität, Kontrolle über Handel und Kredit, militärische Macht und ein Netzwerk, das niemals wirklich zusammenbrach. Selbst als das britische Empire formal endete und der US-Dollar die globale Leitwährung wurde, blieb die City of London das entscheidende Finanzzentrum für Offshore-Banking und globale Kapitalströme.

Die Bank of England, 1694 als Privatbank gegründet - also über 330 Jahre alt - wurde zwar 1946 formell „verstaatlicht", aber die Strukturen, die Netzwerke, die Funktionsweise blieben erhalten. Sie ist bis heute zentral in der globalen Finanzarchitektur.

Der Übergang von britischer zu amerikanischer Hegemonie nach 1945 war kein Machtwechsel - es war eine Machtverschiebung innerhalb derselben Netzwerke. Carroll Quigley beschrieb dieses Phänomen präzise: Das "Anglo-American Establishment" - eine Verschmelzung britischer und amerikanischer Eliten, koordiniert über Institutionen wie die Rhodes-Milner-Gruppe, den Council on Foreign Relations, die Pilgrims Society. Der Dollar übernahm die Funktion des Pfunds, aber die Kontrolle blieb bei den gleichen Strukturen.

800 Jahre Währungskontinuität sind 800 Jahre Machtkontinuität.

Die Funktion der „Rothschild-Verschwörung"

Eine berechtigte Frage: Warum wird die Geschichte von „den Rothschilds, die die Welt kontrollieren" so massiv verbreitet?

Mögliche Erklärungen:

1. Ablenkung vom echten Adel
Wenn alle auf „die Rothschilds" schauen, schaut niemand auf die City of London Corporation, das britische Königshaus, die alten Familien, die seit Jahrhunderten Kontinente besitzen. Die Bankiers sind sichtbar. Der Adel operiert diskret.

2. Antisemitismus als Diskurs-Waffe
Wer „Rothschild" sagt, kann leicht als Antisemit gebrandmarkt werden. Das macht es einfach, berechtigte Kritik am Finanzsystem zu delegitimieren. Ein perfekter Diskurs-Stopper.

3. Die „sichtbaren Juden" als Blitzableiter
Historisch wurden jüdische Finanziers oft als Verwalter der Vermögen des Adels eingesetzt. Rechtlos, jederzeit enteignbar, vertreibbar. Wenn es Ärger gab - Schuldenkrisen, Revolten - konnte man sie opfern. Das Muster wiederholt sich durch die Geschichte.

4. Verschleierung der Kontinuität
Der britische Adel herrscht seit 1000 Jahren. Das britische Empire wurde nie aufgelöst, nur umbenannt (Commonwealth). Die Strukturen sind dieselben. Das ist die echte Kontinuität. Aber sie wird übersehen, wenn alle auf die „neureichen" Bankiers starren.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Familien wie die Rothschilds Finanzverwalter dieser alten Machtstrukturen waren und sind - reich, einflussreich, aber niemals wirklich souverän. Denn wer rechtlos ist, kann jederzeit entmachtet werden. Der Adel hingegen ist das Recht.

Warum wird das ausgeblendet?

Wenn die Fakten so klar sind - dokumentiert von Sutton, Quigley und anderen - warum spricht kaum jemand darüber?

Die Antwort ist einfach: Weil wer das Geldsystem angreift, das Fundament aller Macht angreift.

„Kontrollierte Opposition" ist ein Mechanismus, den Geheimdienste und Machteliten seit Jahrhunderten nutzen. Man lässt Kritik zu - sogar radikale Kritik. Man fördert sie bisweilen. Aber nur innerhalb bestimmter Grenzen. Über Kapitalismus darf gesprochen werden. Über Ausbeutung. Über Klassenkampf. Über kulturelle Hegemonie.

Aber nicht über die Geldschöpfung.

Nicht darüber, wer die Federal Reserve kontrolliert (gegründet 1913 durch ein Konsortium privater Banken auf Jekyll Island). Nicht darüber, wer die Bank of England kontrolliert (gegründet 1694 als Privatbank, bis heute eingebettet in die Strukturen der City of London). Nicht darüber, dass die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) in Basel das koordinierende Zentrum aller Zentralbanken ist - jenseits demokratischer Kontrolle, jenseits nationaler Souveränität.

Diese Themen sind tabu. Selbst kluge, radikale Denker meiden sie. Warum? Manchmal aus Unwissenheit. Oft aus Angst. Bisweilen, weil sie selbst Teil des Systems sind.

Michel Foucault analysierte „Disziplinarmacht" - aber nicht die Macht der Geldschöpfung. Robert Kurz kritisierte die „Warenform" - aber nicht die Schuld-Geld-Form. Alexander Dugin beschreibt geopolitische Fragmentierungen - aber nicht die finanzielle Integration hinter den Kulissen.

Das Beispiel der Arbeiterbewegung

Robert Kurz hat in seinem „Schwarzbuch Kapitalismus" eine wichtige Erkenntnis festgehalten: Die Arbeiterbewegung war keine Alternative zum Kapitalismus, sondern Teil des Systems.

Gewerkschaften kämpften für das „Recht auf Arbeit". Aber „abstrakte Arbeit" - Lohnarbeit, entfremdete Arbeit - ist selbst die kapitalistische Kategorie. Die Bewegung wollte nicht aus dem System heraus, sondern besser darin teilhaben. Sie kämpfte für höhere Löhne, bessere Bedingungen, soziale Absicherung - alles innerhalb der Logik des Systems.

Die Sowjetunion nannte sich „sozialistisch", aber die Arbeiter blieben Arbeiter. Sie hatten einen anderen Chef - den Staat statt den Privatkapitalisten - aber dieselbe Warenproduktion, dasselbe Geldsystem, denselben Wachstumszwang.

Napoleon wusste es bereits: „Je mehr die Völker arbeiten, desto weniger Laster haben sie." Arbeit ist nicht primär ökonomische Notwendigkeit. Arbeit ist soziale Kontrolle. Ein beschäftigtes Volk hat keine Zeit für Revolution. Keine Energie für kritisches Denken. Keine Kapazität für Widerstand.

Gewerkschaften kämpfen heute für Arbeitsplätze - selbst in der Rüstungsindustrie. Selbst in umweltzerstörenden Sektoren. Selbst in sinnlosen Bürokratien. Hauptsache Arbeit. Nicht, weil Arbeit sinnvoll ist. Sondern weil das System arbeitende, abhängige, erschöpfte Menschen braucht.

Hier zeigt sich wieder: Die Debatte „Links vs. Rechts" läuft innerhalb des Systems. Sie berührt nie die Frage: Warum müssen wir überhaupt so viel arbeiten, wenn Produktivität sich verfünffacht hat?

Die Antwort: Weil das Schuldgeldsystem permanente Expansion verlangt. Und Expansion verlangt Arbeit, Konsum, Wachstum. Ad infinitum.

Was das für Dugins „5 Westen" bedeutet

Zurück zu Dugin. Seine Beobachtung stimmt: Es gibt Fragmentierung. Trump agiert anders als Brüssel. London anders als Berlin. Globalisten anders als Nationalisten.

Aber diese Fragmentierung ist oberflächlich.

Auf der Ebene der Rhetorik, der Identitätspolitik, der medialen Inszenierung gibt es Unterschiede. Auf der Ebene dessen, was wirklich zählt - wer kontrolliert Geld, Kredit, Ressourcen, Informationen - gibt es Kontinuität.

Die Federal Reserve arbeitet mit der EZB zusammen. Die Bank of England mit beiden. Die BIS koordiniert alle. SWIFT (das internationale Zahlungssystem) wird von denselben Akteuren kontrolliert, egal ob die Regierung in Washington „links" oder „rechts" ist.

Die „5 Westen" Dugins nutzen alle:

  • Dasselbe Finanzsystem (Zentralbanken, Fiat-Währungen, Schuld-Geld)
  • Dieselben Handelsstrukturen (WTO, IWF, Weltbank)
  • Dieselben Überwachungsnetzwerke (Five Eyes, NSA-Kooperationen)
  • Dieselben IT-Infrastrukturen (Microsoft, Google, Amazon - global vernetzt)

Wenn es wirkliche Feindschaft gäbe, würde man diese Systeme trennen. Das geschieht nicht. Russland und China bauen Alternativen (BRICS, alternative Zahlungssysteme) - aber auch sie bleiben im Rahmen des schuld-basierten Geldsystems.

Das ist der Punkt: Solange alle am selben Grundsystem hängen, ist Fragmentierung kontrollierbar. Sie mag chaotisch aussehen. Sie mag gefährlich wirken. Aber sie bedroht nie die zentrale Machtstruktur.

Die Frage, die alles entscheidet

Nicht „Links vs. Rechts".
Nicht „Kapitalismus vs. Sozialismus".
Nicht „West vs. Ost".
Nicht „5 Westen vs. Russland".

Sondern: Wer darf Geld schöpfen - und warum?

Diese Frage zu stellen bedeutet, die gesamte politische Debatte neu zu rahmen. Plötzlich wird klar:

  • Warum „linke" und „rechte" Regierungen dieselbe Austeritätspolitik betreiben (Schuldenlogik)
  • Warum Kriege unabhängig von Ideologien finanziert werden (beide Seiten brauchen Kredite)
  • Warum „Demokratie" nie das Geldsystem zur Abstimmung stellt (es ist der Souverän, nicht das Volk)
  • Warum Revolutionen scheitern oder kooptiert werden (wer das Geld kontrolliert, kontrolliert das Ergebnis)

Margrit Kennedy, Bernard Lietaer, Ellen Brown, G. Edward Griffin - sie alle haben über das Geldsystem geschrieben. Ihre Arbeiten sind zugänglich. Ihre Argumente sind nachvollziehbar. Und sie werden systematisch ignoriert - von Mainstream-Ökonomen, von Politikern, von den meisten „kritischen" Denkern.

Warum? Weil diese Frage, einmal wirklich gestellt, das gesamte Machtgefüge infrage stellt.

Fazit: Sehen, was hinter der Bühne geschieht

Alexander Dugin ist ein kluger Kopf. Seine Analysen sind lesenswert. Aber sie bleiben an der Oberfläche, solange sie die Machtfrage nicht auf die Ebene des Geldsystems herunterbrechen.

Die „5 Westen" sind keine autonomen Machtpole. Sie sind Varianten innerhalb eines Systems, das sie alle umfasst und kontrolliert. Ein System, das auf Schuld basiert. Auf Zinsen. Auf permanentem Wachstum. Auf der Kontrolle weniger über die Geldschöpfung für alle - und diese „wenigen" sind nicht die sichtbaren Gesichter, sondern die Strukturen, die seit Jahrhunderten bestehen: Der alte Adel, die City of London, Institutionen wie die Bank of England, die niemals demokratischer Rechenschaft unterworfen waren.

Wer das versteht, sieht die Welt anders. Nicht als Kampf zwischen Ideologien. Sondern als Management eines Systems, das seine Konflikte inszeniert, um seine Grundlage zu verschleiern.

Die eigentliche Frage lautet: Wer schöpft das Geld? Wer profitiert davon? Und warum lassen wir das zu?

Solange diese Frage nicht im Zentrum steht, bleibt jede Analyse - ob von Dugin, Kurz oder anderen - unvollständig.

Das Geldsystem ist der blinde Fleck. Wer ihn sieht, sieht alles.


Quellen:

  • Antony C. Sutton: Wall Street and the Bolshevik Revolution (1974); Wall Street and the Rise of Hitler (1976)
  • Carroll Quigley: The Anglo-American Establishment (1981)
  • Robert Kurz: Schwarzbuch Kapitalismus (1999)
  • G. Edward Griffin: The Creature from Jekyll Island (1994)
  • Margrit Kennedy: Geld ohne Zinsen und Inflation (1990)
  • Bernard Lietaer: Das Geld der Zukunft (2002)


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