Nur aus der Geschichte kann man lernen
Ein Brief ohne Antwort
Darf man faschismuskritische Vergleiche anstellen zwischen
Bundesrepublik und Nationalsozialismus? Anfrage bei Charlotte
Knobloch, der Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland
Ein Gastbeitrag von Holdger Platta
Sehr geehrte Frau Knobloch,
erst mit Verspätung habe ich davon erfahren, dass Sie an Herrn
Lerchenbergs Kabarett-Rede zum Bier-Anstich der Münchener Paulaner
Brauerei Anstoß genommen haben. Anstoß genommen haben offenbar
deshalb, weil Sie uns warnen und sagen wollten, dass man nicht
vergleichen dürfe (vielleicht sogar gleichsetzen dürfe), was
Deutsche während des Dritten Reiches jüdischen MitbürgerInnen
antaten und was heute im wachsenden Maße den Zwangsarbeitslosen in
der Bundesrepublik angetan wird.
"Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten." Bertolt Brecht
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Samstag, 22. August 2015
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