Donnerstag, 10. Mai 2018

Karl Marx war kein Aufklärer - ein Agent der für das Establishment gearbeitet hat.

Eigentlich müsste sich jeder fragen, warum der militärisch-industrielle Bankenkomplex Karl Marx feiert? In allen neoliberalen Blättern, die dem Establishment untergeordnet sind, wird dieser Marx gefeiert. Keiner denkt sich - warum eigentlich? Einer der sich darüber Gedanken machte, ist Holger Lang. Er hat folgendes kommentiert:

»Hmmh ... O.K. Machen wir mal ein bisschen "Verschwörungstheorie".

Kurz ein paar Kleinigkeiten kurz vorab skizziert und vorangeschickt.

1. Der Mensch liebt Dualität, denn erst diese Dualität (Pol und Gegenpol) sorgt dafür, dass wir Dinge als Ganzes sehen/empfinden. Existiert sozusagen nur ein Pol, suchen wir den Gegenpol. Oder erzeugen ihn. Das führt
2. zur Hegel´schen Dialektik. Und bekanntlich war
3. Marx ein ausgesprochener Fan von Hegel und der Hegelschen Dialektik.

Ab 1760 etablierte sich der sog. Industrie-Kapitalismus. Zunächst in England, später dann auch in Deutschland unter anderen Ländern. Ein System, dass für unglaublichen Reichtum auf der einen Seite und einer gigantischen Armut auf der anderen Seite sorgte. Für die auf der reichen Seite ein sehr gutes System, für die anderen umgekehrt der reinste Horror.

Dieser Industrie-Kapitalismus war etwas Neues. Es war, wenn man so will, ein neuer Pol, der - wegen der Dualität - eines Gegenpols bedarf.
Die Kreierung und Verbreitung eines Gegenpols wollten die Eliten aber nicht dem Zufall überlassen, sondern ganz im Sinne der Hegelschen Dialektik (These-Antithese-Synthese) selbst erzeugen/bestimmen.
Und hier kam dann zunächst Marx und später die Sozialdemokratie ins Spiel.

Es gab nämlich schon bzw. es etablierte sich zunehmend ein Gegenpol, der dem Liberalismus und Kapitalismus wirklich etwas entgegensetzen zu hatte. Die Historische Schule der Nationalökonomie (HSNÖ), und hier insbesondere Friedrich List. Sprich, dieser Gegenpol musste weg. Stattdessen musste der gewollte Gegenpol etabliert und propagiert werden:
Karl Marx und der Marxismus/Kommunismus.

Marx analysierte zwar den Kapitalismus in vielerlei Hinsicht durchaus richtig (wenn auch nicht vollständig). Der gelungene Trick war aber, dass man die Lösung utopisch, als Utopie formulierte. So nach dem Motto, ich übertreibe hier bewusst ein wenig, Proletarier dieser Welt, sorget Euch nicht, der Kapitalismus wird untergehen, weil er an seiner ureigenen Systematik zugrunde geht. Er müsst nur ausharren. Sozialismus und Kommunismus werden Euch dann die ersehnte Lösung bieten. Haltet durch! Das war im Grunde die eigentliche Kernbotschaft.

Und die Botschaft wurde in einem Schwall von Worten, einer Satzlitanei verpackt, das kein Arbeiter der Welt sich jemals die Mühe machen würde, den ganzen Schmodder zu lesen, geschweige denn zu verstehen. Gelesen und "verstanden" haben Marx im Wesentlichen nur eine intellektuelle, wissenschaftliche Elite, die sich dann und daran gegenseitig geistig einen abgewichst haben. Revolutionen macht man aber nicht im Studierzimmer, sondern auf der Straße. Dahin kam Marx aber nie wirklich. Und sollte er auch nicht.

Was dadurch quasi vollkommen in Vergessenheit geraten ist, ist die HSNÖ, ist Friedrich List, obwohl diese Dinge inhaltlich wirklich Fundamentales zu bieten haben. Stattdessen wird Marx immer noch hochgehalten und selbst das neoliberalste Arschloch vor dem Herrn nimmt heute gerne "Marx" in den Mund, weil ... man von dem ja selbst heute noch so viel lernen könne.

Zufall? I don´t think so.«

Dazu ergänzend von mir:

"In seinem "System der nationalen Ökonomie" entlarvt Friedrich List den händlerischen Ungeist der liberalkapitalistischen Wirtschaftstheorien von Adam Smith und David Ricardo. Nach deren Meinung (bereits vorgeprägt durch David Hume 1691) wird der Wert der Güter nicht durch ihren Gebrauchs -, sondern durch ihren Tauschwert bestimmt. Mithin ist also nicht die werteschaffende Arbeit, sondern der wertevermittelnde Handel das Wesentliche.

Entscheidend ist auch nicht, ob Güter sittlich oder unsittlich, nützlich oder schädlich, gesund oder ungesund sind, sondern daß es für sie einen Marktbedarf gibt. Die Übersteigerung des händlerischen Denkens gipfelt in der Forderung nach arbeitsteiligem Umbau aller Volkswirtschaften der Erde zu Absatzplantagen der Weltwirtschaft und Zinskolonien der Hochfinanz.

Dieser Umbau soll sie zur nationalen Selbstversorgung unfähig und vom internationalen Zwischenhandel abhängig machen. Alle Wirtschaftsstrukturen sind so umzugestalten, daß sie immer neuen Handel erzwingen. Die Wege zwischen Rohstoffen, Fertigprodukten und ihrem Absatz müssen so verlängert werden, daß sie dem Zwischenhandel riesige Profite verschaffen."

Der Ökonom Friedrich List: Verkannt in alle Ewigkeit?
Am 30. November jährt sich zum 150. Male der Freitod des Professors, der nur im Ausland gebührende Anerkennung fand.

Die feinde von Friedlich List

Deutschland war vor 150 Jahren ein Drittweltland: dynastisch zerrissen, miserabel regiert, wirtschaftlich unterentwickelt. Doch an seinen staatswissenschaftlichen Fakultäten gärte es. Die neue Klasse der Ökonomieprofessoren verbreitete mit Inbrunst die neue und ganz und gar prosaische und unromantische Lehre: Nicht mehr der Staat ist unser Gott wie in Preußen und bei Professor Hegel, sondern die Wirtschaft. Denn die Wirtschaft entscheidet, ob Menschen reich und Staaten mächtig werden, und dafür stehen zwei unwiderlegliche Beweise - das industriell fortschrittliche England, das mit Geld und Krämergeist den letzten Helden Europas, Napoleon, besiegt und gedemütigt hatte, und die Lehre des Adam Smith. Wer seinen Smith gelesen und verinnerlicht hatte, der wußte schon damals - vier Generationen vor Lady Thatcher -, daß es keine Gesellschaft gibt, sondern nur Individuen, und daß der Schlüssel zum 'Wohlstand der Nationen' einzig und allein in der Freiheit des privaten Gelderwerbes liegt.

Nur einer war und blieb damals skeptisch, ein junger Autodidakt und trotzdem Tübinger Professor: Friedrich List. Sein autokratischer Landesherr, Württembergs König von Napoleons Gnaden, hatte ihn dazu gemacht aus Dank, weil der junge Beamte zuvor den Augiasstall seiner total verlotterten Verwaltung ausgemistet hatte. Aber kaum berufen, stellte der Neue störende Fragen: Muß man nicht bei der Unterwerfung unter die Smithsche Lehre Englands überlegene Stellung als Partner in Rechnung stellen? Denn wer die (Handels-)Macht hat, hat mehr von der Freiheit als die anderen. Und heißt wirtschaften wirklich nur tauschen und nicht viel umfassender: aus Möglichkeiten Wirklichkeiten schaffen, aus (Ressourcen-)Potentialen Produkte, Einkommen, Vermögen? Und überhaupt: Wie kommt jemand dazu, unter Ökonomie etwas ähnliches zu verstehen wie unter Chemie oder Physik, eine exakte Wissenschaft mit ehernen, zeitlosen Gesetzen? Wirtschaft, das lehrt doch bloßer Augenschein, das ist für Menschen wie Gesellschaften ein permanent ablaufender Prozeß der Lebenserhaltung und -vorsorge, der überhaupt nicht von seinem Umfeld getrennt werden kann: Natur, Technik, Staat, Gesetze und Regeln. Die Smithsche Marktwirtschaft ist in all das eingebettet, davon abhängig; denn, so List, 'nirgendwo haben Arbeitsamkeit und Sparsamkeit, Erfindungs- und Unternehmergeist der Individuen Bedeutendes hervorgebracht, wo sie nicht durch bürgerliche Freiheit, die öffentlichen Institutionen und Gesetze, durch die Staatsadministrationen und durch die äußere Politik, vor allem aber durch die Einheit und Macht der Nation unterstützt gewesen sind'.

Das war zwar nur Common sense, bedeutete aber für die auf die universellen Marktgesetze eines Smith oder Ricardo eingeschworenen Kollegen die offene Provokation. Was sie ihm damals anhängen, klebt lange. List ist, als Gegner der klassischen Freihandelslehre, ein unwissenschaftlicher Merkantilist; als unermüdlicher Propagator der Synthese von Staat und Wirtschaft ein hoffnungsloser Romantiker und rückständiger Protektionist. Was er als Fortschritt ausgibt, ist das Gestern und nicht die Bewältigung der Zukunft.

Am schlimmsten zahlt es ihm der junge Mann heim, dem er seine einträgliche Stelle bei der Rheinischen Zeitung vermacht - Karl Marx. Zusammen mit Friedrich Engels beschuldigt er List, der doch nur eines im Sinne hat, das Gleichziehen Deutschlands mit England, ein Söldner des preußischen Klein-Kapitalismus zu sein. List, mittellos wie er gegen Ende seines Lebens war, hätte nichts gegen einen Sold einzuwenden gehabt, doch er blieb aus. Marx und Engels aber waren schon damals die mit Hilfe der Listschen Rezepte zu schaffenden Arbeitsplätze und Arbeitseinkommen total gleichgültig. Sie brauchten den an sein Proletarierdasein gefesselten Arbeitssklaven zur 'wissenschaftlichen' Demonstration ihrer Gesetze.

Lists Kollegen sorgten für die Beendigung seiner Laufbahn als Professor. Sie halfen auch ein wenig nach, als er kurz darauf wegen Majestätsbeleidigung im Knast landete, ein typisches Schicksal jener Tage für Demokraten, die sich für neue Bürgerrechte einsetzten. List mußte versprechen, seinen württem- bergischen Paß abzugeben - dann durfte er über die Schweiz und Frankreich in das einzige Land emigrieren, das damals Dissidenten mit offenen Armen empfing - die ebenso jungen wie wilden USA.

***

Eberhard Otto hat sich da auch so seine Gedanken gemacht er schreibt unter anderm:

Im Wesentlichen geht es in der Theorie von Marx und Engels um die Gesetzmäßigkeiten der Ausbeutung im herrschenden Kapitalismus und dem Konzentrationsprozess des Kapitals darin. Laut deren Theorie scheint sich das Geld in Waren und Waren wieder in Geld zu verwandeln (seine Formel ist folglich G – W – G), leider Gottes hat es Marx gar nicht interessiert, wo das Geld denn überhaupt herkommt. Das ist an dem Zitat aus dem Buch Kapital III gut zu erkennen.

Zitat:

„Die eingehende Analyse des Kreditwesens und der Instrumente, die es sich schafft (Kreditgeld usw.), liegt außerhalb unseres Planes. Es sind hier nur einige wenige Punkte hervorzuheben, notwendig zur Charakteristik der kapitalistischen Produktionsweise überhaupt. Wir haben es dabei nur mit dem kommerziellen und Bankierkredit zu tun. Der Zusammenhang zwischen dessen Entwicklung und der des öffentlichen Kredits bleibt außer Betracht.“
Karl Marx, Das Kapital, Band 3, S. 413

Dass die 1694 gegründete und im Privateigentum verbleibende „Bank von England“ das Privileg hatte, Banknoten herauszugeben, die nur zu einem geringen Teil durch Gold gedeckt sein mussten, das jedoch war Marx und Engels bekannt.

Das ist aus dem untenstehenden Zitat ersichtlich:

„Soweit die Bank Noten ausgibt, die nicht durch den Metallschatz in ihren Gewölben gedeckt sind, kreiert sie Wertzeichen, die nicht nur Umlaufsmittel, sondern auch zusätzliches – wenn auch fiktives – Kapital für sie bilden zum Nominalbetrag dieser ungedeckten Noten. Und dieses Zusatzkapital wirft ihr einen zusätzlichen Profit ab.“

Das Beste an diesem Zitat ist der Ausdruck „fiktives Kapital“, denn da liegt das Problem, die Zinsen auf dieses „fiktive Kapital“, die bezahlt werden müssen, sind leider ganz und gar real.

Im Falle der Staatsfinanzierung werden die Zinsen vom Staat eingetrieben und jeder kann seinem Einkommenssteuerbescheid entnehmen, dass dieses kein fiktives Kapital ist.

Dass David Ricardo (1772-1823) schon lange vorher „die gigantischen Gewinne der Inhaber der privaten “Bank of England“ verurteilte und für eine Verstaatlichung derselben eintrat, war unseren beiden „Revolutionären“ scheinbar entgangen.

Wie auch immer – und das werden die Marx Apostel gar nicht gerne hören – wer jemals den Band I „Kritik der politischen Ökonomie vom Kapital“ gelesen hat, der hat von Schwachsinn eine eigene Vorstellung. Endlose, unzusammenhängende Aufzählungen von Phrasen und Begriffen, ohne jegliche Anschaulichkeit über Wertformeln, die mit Tauschwerten, Gebrauchswerten, Gehalt der relativen Wertformen, Äquivalentformen, quantitative Bestimmtheit von Wertformen usw. beschrieben werden.

- Ach ja PS - abschließend dazu: Denn ist es im Ernst wirklich nötig, ein Buch mit 700 Seiten zu schreiben, um zu erklären, dass der Mehrwert, den ein Kapitalist aus der Zusammenführung von Materialien und Arbeitskraft erzielt, unter Umständen eine Ausnutzung der arbeitenden Klasse ist?

Wäre es nicht besser gewesen den Betrug des Kredit-Geldes aufzudecken?

Wäre es nicht schön gewesen den unterdrücken Massen die Tatsache zu erklären, dass wenn es einer Gruppe von Menschen es gelingt Geld zu kreieren und für das Geld aus NICHTS immer mehr Zinsen und Zinseszinsen erhält – diese Gruppe am Ende alle Vermögenswerte der Welt besitzen wird?

Hier noch ein sehr wichtiger Punkt, auf den es ankommt:

Wir werden nämlich feststellen, dass Marx und Engels immer nur das unmoralische Kaufmannskapitals und die Kapitalisten verteufeln, das zinstragende Kapital der Nationalbank wird jedoch absichtlich vernachlässigt bzw. die Nationalbank (Zentralbank) wird sogar befürwortet.

Dass die Zentralbank sozusagen die Erlaubnis zum „Falschgeld drucken“ hat und Zinsen dafür erhält, die der Staat dann wiederum anhand von allgemeinen Steuern von seinen Einwohnern abpressen muss, das ist das eigentliche Problem in dieser Gleichung.

Die Entstehung und Vernichtung des Geldes, auf diesen wichtigen Komplex ist Marx gar nicht eingegangen. Den ganzen Bereich der Geldgeschäfte – „des Geldhandels“ – hat Marx ausgeklammert. Genauso wenig hat er jemals das “ fractional banking“ kritisiert.

Er ging auch gar nicht auf die „Bank von England“ ein, die laut einem königlichen Privileg Banknoten ausgeben konnte, welche nur zu einem geringen Teil durch Gold gedeckt sein mussten. Somit hatte diese Bank bereits eine Geldschöpfungsfunktion.

Marx kam 150 Jahre nach Gründung der „Bank von England“ in England an und konnte dort den praktischen Kapitalismus studieren, denn in England war das kapitalistische Geldwesen am weitesten entwickelt und es wäre möglich gewesen, dieses ausreichend zu durchleuchten.

Marx und Engels sprechen in ihren Schriften immer von einem sogenannten Geldkreislauf, in den sich in aber immer wieder produzierte Waren einschalten sollen.

Es gibt keinen Geldkreislauf

Unter dem vorherrschenden Geldsystem gibt es gar keinen Geldkreislauf. Das Geld wird immer wieder vernichtet (bei der Rückzahlung oder Ausbuchung) und muss dann ständig wieder neu durch eine Bank und deren Kreditnehmer erschaffen werden.

Geld ist schuld und diese Sache läuft nicht im Kreis, sondern- das kann man an dem Verschuldungstand der Staaten erkennen – Schuld wird ständig akkumuliert.

Nun könnte man sagen, unsere beiden „Revolutionäre“ hätten das nicht gewusst, aber das ist in Anbetracht dessen, dass diese Doktrin ihr Lebenswerk war, nicht sehr wahrscheinlich.

Deshalb sagen dann auch einige Leute, diese Theorie sei gar nicht zufällig falsch, sondern wäre speziell für den kommenden Klassenkampf entwickelt worden und die Zentralbank als Auftragsgeber wäre absichtlich unerwähnt geblieben.

Jedenfalls wäre es interessant zu wissen, wer diese Doktrin mit solchem Druck verbreitet hatte, denn jeder weiß doch: ein Produkt ist nur so gut wie sein Marketing und “no money – no marketing.“

Heute jedoch wird von beiden Lagern, dem Kapitalismus und dem Kommunismus, die zentrale Geldkreation favorisiert. LG - Eberhard

http://www.mlwerke.de/me/me25/me25_413.htm

Nachtrag am 28.08.2018


Um zu begreifen, warum das Geldsystem der Schlüssel ist und eben nicht die Unternehmer in Haftung zu nehmen - für das ganze Übel - hier eine Buchempfehlung: Falschgeld: Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit

leider, interessiert dass die Marxisten nicht. Auch heute, ist der Schlüssel das Geldsystem. Die Unternehmer sind nur ein Transmitter um eben den Reichtum von oben nach unten zu schaufeln. Jeder Unternehmer speiste seine kompletten Unkosten sowie seine Kredite im Endprodukt ein. Das zahlt wieder der Endkunde. Dieses Geld fließt wiederum an die internationalen Finanzkartelle. Es sind mittlerweile über 35 % Zinsanteil in jedem Produkt, bei der Miete sind es gar 70 %. Der Unternehmer, kann ganz schnell, vom Bankkartell enteignet werden genauso wie Staaten entmachtet werden über das Finanzkartell. Sie bestimmen die Regularien und kein anderer. Und Karl Marx, der enge Kontakte zu den Britischen Empires hatte, wusste auch um die Bank von England dass diese gleichfalls, mehr Geld verlieh als Gold vorhanden.

Dass das böse Unternehmertum am allen dran schuld sei ist hier ganz klar widerlegt. Viel Spaß bei den Prozessen.

Frau Kenawi hat ein sehr gutes Buch über die Geschichte des Geldes geschrieben. Jedoch gibt es Auslassungen und Ungenauigkeiten zur Schwundgeld-Thematik. Tatsächlich gab es die Brakteaten nur im heiligen römischen Reich Deutscher Nation. SCHWUNDGELDER jedoch in ganz Europa und auch in Norditalien. In der Zeit von 1150 bis 1450 gab es in Mitteleuropa eine krisenfreie Zeit, welche durch eine geniale zinsfreie Währung erreicht wurde: Um 1150 begann Erzbischof Wichmann (1110-1192) aus Magdeburg damit, Münzen herauszugeben, welche zweimal im Jahr zum Umtausch aufgerufen wurden. Ziel war es, die Steuern einfach und regelmäßig einzutreiben. Dabei wurden 12 alte Pfennige gegen 9 neue ausgetauscht, die Differenz war Steuer. Anders als heute, mußte damals gerade das Kapital Abgaben entrichten, während die Arbeit davon befreit war. Um die Münzen schnell und ohne viel Aufwand wieder einschmelzen und umprägen zu können, waren sie nur einseitig geprägt und aus dünnem Blech, daher ihr Name " Brakteaten" (bractes = dünnes Blech). Bald schon breitete sich diese Methode über das ganze Land aus. Das führte dazu, daß sich Geldhortung nicht mehr lohnte. Um dem nächsten Umtausch zu entgehen, wurde Geld zinslos weiterverliehen, da nur der Besitzer der Münzen die Umtauschgebühr zahlen mußte. Damit war Geld wieder reines Tauschmittel, nicht mehr Wertaufbewahrungsmittel, das nur durch Zinsangebote wieder in den Wirtschaftskreislauf gelockt werden konnte. Das Ergebnis war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte. Damals waren die sozialenUnterschiede so ausgeglichen wie nachher nie mehr im historischen Verlauf. Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen. Das Minimum der arbeitsfreien Tage pro Jahr lag bei 90, oftmals über 150. Sehr bald wurde auch der arbeitsfreie Montag eingeführt. Damit mussten die Handwerker nur vier Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters, um 1450, konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen,

dass für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und dass nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluss strebe. Die tägliche Arbeitszeit war z.B. bei Bergwerksknappen in Freiburg auf sechs Stunden begrenzt. Auch auf dem Land wurde die Ausbeutung zurückgedrängt, weil der geknechtete Bauer die Möglichkeit hatte, in den schnell wachsenden Städten einem Handwerk nachzugehen. Das Einkommen war so hoch, daß sich etwa in Augsburg ein Tagelöhner mit seinem täglichen Verdienst fünf bis sechs Pfund des teuersten Fleisches leisten konnte. In Meißen mussten jedem Maurergesellen wöchentlich fünf Groschen Badegeld gegeben werden, in einer Zeit, in der ein einziger Scheffel Korn sechs Groschen und fünf Pfennige kostete. Der sächsische Scheffel faßte 103,8l. Wie gewaltig dieser wirtschaftliche Aufschwung gewesen sein muss, zeigt die Entwicklung der Städte in Deutschland.

Städteneugründungen in der Geschichte:

Um 1300 wurde ein Höhepunkt der Städteneugründungen als Maß für die wirtschaftliche Entwicklung erreicht, welcher in der ganzen Geschichte vor und nach dieser Zeit nie mehr geschah. In der Zeit von 1150-1450 wurden die großen Dome und Kathedralen in Europa gebaut - Finanziert durch freiwillige Spenden der Bürger. Allein schon hieraus wird deutlich, wie

zuversichtlich die Menschen damals gewesen sein müssen. Wer spendet schon für ein Jahrhundertprojekt, wenn er nicht weiß, ob er am nächsten Tag noch leben wird? Die Situation änderte sich, als auf Druck von machtsüchtigen Kaufleuten hin, schrittweise Geld eingeführt wurde, welches nicht mehr verrufen wurde. Das Augsburg der Fugger gehörte mit zu den ersten Plätzen, an denen die Münzverrufung um vier Jahre hinausgeschoben wurde. Nach vollständiger Einführung des Dickpfennigs (beidseitig geprägtes schweres Geld)

konnten die Fugger sich zwischen 1480 und 1560 zu einer der mächtigsten Familien der damaligen Welt aufschwingen. Geld wurde dann nur noch hochverzinst verliehen. Beispielsweise brachte eine Anlage von 900 Gulden nach sechs Jahren 30.000 Gulden Zinsertrag. Bei den dem Bauern auferlegten Geldabgaben musste er im Falle von Säumigkeit Zinsen zahlen, und zwar nach dem sogenannten "Rutscherzins" für jeden Tag des Verzuges den verdoppelten Zinssatz. Mit der schrittweisen Einführung des " Ewigen Pfennigs" verschob sich damit die Vermögensverteilung innerhalb weniger Jahrzehnte so drastisch, dass die gotischen Bauten aus Geldmangel in ganz Mitteleuropa nicht mehr fertiggestellt werden konnten. Überall in Europa wurden die Dome mehr als 300 Jahre lang nicht weitergebaut und erst im letzten Jahrhundert vollendet. Die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung verschlechterte sich so stark, dass es Anfang des 16. Jahrhunderts zu blutigen Bauernkriegen kam. Die Zünfte waren nicht mehr für jeden frei, den meisten war der Weg in die Selbständigkeit versperrt, es entstand eine neue Schicht der abhängigen Lohnarbeiter. Gleichzeitig wurden neue

Entdeckungen und Erfindungen unterdrückt. So verbot die Zunft beispielsweise den Vorläufer des mechanischen Webstuhls im Jahr 1586 und ermordete deren Erfinder. Da sich die Menschen die schnelle wirtschaftliche Verschlechterung nicht erklären konnten, kam es zu Hexenverbrennungen, die ab 1484 zunehmend veranstaltet wurden.

Das finstere Mittelalter zog herauf und hält im Prinzip bis heute an.

1 Kommentar:

  1. Das übernehme ich mal, auch wen die Quelle (facebook - Holger Lang) nicht zu erreichen

    PS: Das einzige was Marx zum Zinseszins gesagt und damit für ihn das Thema abgeschlossen
    http://www.mlwerke.de/me/me25/me25_404.htm#Z80

    "In seiner Eigenschaft als zinstragendes Kapital gehört dem Kapital aller Reichtum, der überhaupt je produziert werden kann, und alles, was es bisher erhalten hat, ist nur Abschlagszahlung an seinen all-engrossing Appetit. Nach seinen eingebornen Gesetzen gehört ihm alle Surplusarbeit, die das Menschengeschlecht je liefern kann. "

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