Grilleau

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Um den Befürwortern der Sanktionen vor Augen zu führen, in welchem geistigen Umfeld sie sich bewegen – schließlich ist selbst das Regierungsmotto von CDU und CSU- "sozial ist, was Arbeit schafft" – der nationalistischen Propaganda entlehnt, wo es hieß: – "Sozial ist, wer Arbeit schafft" – nachstehend Zitate von der sogenannten Leistungselite, die aufzeigen, wie die heutige Diskriminierung der Erwerbslosen nach dem SGB II vonstattengeht, die im Übrigen in keinster Weise von der Diskriminierung der Erwerbslosen im Dritten Reich sich unterscheidet. Zum Vergleich verweise ich auf die Gestapo-Aktion gegen sog. Arbeitsscheue hin, die auf einen Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler vom 26.1.1938 zurückging. http://grilleau.blogspot.de/2016/02/hartz-iv-und-die-strukturelle-gewalt.html

Sonntag, 19. Februar 2017

Glaubwürdigkeitskrise unserer Qualitätsmedien

Prof. Dr. Ulrich Teusch : Um das mal an einem Beispiel darzulegen: Jeder deutsche Journalist und jeder Rezipient kennt inzwischen sicherlich den Namen Boris Nemzow. Das muss ich jetzt nicht groß erläutern, das war jedenfalls ein russischer Regimekritiker, ein Oppositioneller, der in Moskau in Sichtweite des Kremls, wie es dann immer so schön heißt, erschossen wurde. Das war damals ein dramatischer, schlimmer Vorfall, der zurecht mediale Aufmerksamkeit bekam – auch in russischen Medien hat er selbstverständlich große Aufmerksamkeit gefunden. Ein paar Tage lang war das ein Topthema und das Ganze wurde verbunden mit dramatischen Fragen. Günther Jauch in seiner Sendung fragte z. B.: "Ist Putins Russland auf dem Weg in die Diktatur?"

Eineinhalb Monate später wurde in Kiew der prominente Journalist Oles Busyna auf offener Straße erschossen. Er war ein Journalist, der dem neuen Regime in Kiew kritisch gegenüberstand. Im fraglichen Zeitraum gab es in der Ukraine etwa zwölf Morde an regimekritischen Menschen, also an Politikern, Journalisten und anderen. Und es gab äußerst mysteriöse Selbstmorde von Regimekritikern. Das hat jedoch bei uns in den Mainstreamnachrichten keine Rolle gespielt. Wenn ich heute einen Journalisten frage, wer Oles Busyna ist, dann sehe ich nur große fragende Augen. Das ist so ein Beispiel für das Messen mit zweierlei Maß. Wenn sich solche Formen von Einseitigkeit oder dass man bestimmte Dinge gar nicht erst wahrnimmt, verdichten, intensivieren, dann entsteht das, was man in der Medienforschung ein Narrativ nennt. Narrative gibt es allerdings viele, es gab in der Griechenlandkrise ein Narrativ…

Prof. Dr. Ulrich Teusch ist Publizist, Hörfunk- und Sachbuchautor und Professor für Politikwissenschaft an der Universität Trier. In seinem jüngsten Buch „Lückenpresse. Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten“ (2016) beschäftigt er sich mit der Glaubwürdigkeitskrise unserer Qualitätsmedien.

Quelle: Bildungskanal ARD alpha - Sendung vom 7.2.2017, 20.15 Uhr Professor Dr. Ulrich Teusch Sachbuchautor und Journalist im Gespräch mit Dr. Michael Appel

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